FDP-Landesvorsitzender in Wesel

Foto: Mendel

Wesel.. Während die Gäste des liberalen Grünkohlessens bereits an den Tischen der Cafeteria im Preußen-Museum saßen, kam der Hauptredner des Abends, der Liberale Daniel Bahr, nahezu unbemerkt die Treppe herauf.

Ohne die Begleitung eines Weseler FDP-Vertreters suchte der Landesvorsitzende der Liberalen, sich seinen Platz neben Bürgermeisterin Ulrike Westkamp und harrte der Dinge, die kommen sollten.

Bitte um eine Spende

Es war FDP-Ortsverbandsvorsitzender Simon West, der das Wort ergriff und Weseler Themen benannte, wie die Kreisumlage, die immer wieder diskutierte Aue, den Bahnhof und die Betuwe. Außerdem sei es der Lippemündungsraum, wobei Fraktionsvorsitzender Friedrich Eifert es stets schaffe, ihn während der wöchentlichen Fraktionssitzungen zum Thema zu machen. Als wichtig bezeichnete West die Mitwirkung der Weseler am Bürgerhaushalt während er sich für die FDP wünschte, sorgsam mit Steuergeldern umzugehen und nachvollziehbare Entscheidungen zu treffen. Am Ende bat er um eine Spende in ein aufgestelltes Glas. Schließlich sei die FDP eine kleine Partei...

Unterhaltsam ging es mit Daniel Bahr weiter, der die Frage „Ist die Gesundheitspolitik in Deutschland gescheitert?“ beantworten sollte und dabei ganz praktisch begann. Als Münsteraner sei ihm das Grünkohlessen sehr vertraut: „Es ist mein dritten Grünkohlessen in drei Tagen.“ Aber es handele sich um das gesündeste Wintergemüse, reich an Vitamin C. „Essen Sie reichlich“, forderte der 34-Jährige die Gäste auf und wünschte ihnen alles Gute zum neuen Jahr, vor allem Gesundheit.

Streifzug durch das Gesundheitswesen

Doch auch wenn man auf gesunde Ernährung und viel Bewegung achte, könne jeden eine schwere Krankheit treffen. Dann begann Bahr einen Streifzug durch das Gesundheitswesen, angefangen bei den Arzneimittelkosten über das Anspruchsdenken der Versicherten bis zum Ärztemangel. Die FDP wolle die Bedingungen für Ärzte attraktiver machen, sich auf dem Land niederzulassen. Und sie wolle Bürokratie abbauen. Es könne nicht sein, dass Ärzte schlechter gestellt seien, wenn sie mehr Patienten betreuten. Außerdem gelte das Motto: Wer sich mehr anstrengt, soll mehr davon haben. Es mache eben einen Unterschied, ob die FDP mitregiere oder nicht.

Diesen Satz bekamen die Teilnehmer des Neujahrsempfangs immer wieder zu hören. Denn der aufstrebende Liberale beließ es nicht dabei, über Gesundheitspolitik zu sprechen - er ist Parlamentarischer Staatssekretär beim Bundesgesundheitsminister -, sondern streifte diverse Themen von der Abschaffung der Wehrpflicht über Hartz IV und Bildung bis zur politischen Landschaft in NRW. Hier habe sich die SPD in eine Abhängigkeit mit den Linken begeben, die aus „Chaoten und Irren“ bestünden. In Sachen Schule sei die FDP gegen Gleichmacherei und mit Blick auf Hartz IV könne es nicht sein, dass Hauptschulabgänger als Berufswunsch Hartz IV-Empfänger angeben. Junge Menschen müssten eine Perspektive haben. Und: Derjenige der arbeitet, soll mehr haben als derjenige, der nicht arbeitet. Irgendwie hatte man alles schon einmal gehört, doch Daniel Bahr brachte es klar und ohne Schnörkel rüber. Dabei hatte der neue starke Mann der Liberalen noch nicht mal ein Manuskript, sondern lediglich einen braunen Zettel mit ganz wenigen Stichwörtern auf dem Rednerpult liegen.

 
 

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