Europa und die Riesenspritze

Das Karnevalskomitee vorm Clever Tor. Foto: Gerd Hermann/WAZ FotoPool
Das Karnevalskomitee vorm Clever Tor. Foto: Gerd Hermann/WAZ FotoPool
Foto: Foto: Gerd Hermann

Wesel.. Das Karnevalskomitee vorm Clever Tor (KVC) fasst nun die europäische Politik beim Weseler Rosenmontagszug am 7. März ins närrische Auge und baut einen Motivwagen, obwohl das immer schwieriger wird.

Die finanzielle Schieflage in der europäischen Union ist bekannt. In Griechenland und Irland mussten schon Finanzspritzen gesetzt werden, für weitere Länder sind die Infusionen für den Notfall bereits vorbereitet. Das Karnevalskomitee vorm Clever Tor (KVC) fasst nun die europäische Politik beim Weseler Rosenmontagszug am 7. März ins närrische Auge. Am Samstag feierte der Verein sein Wagenbau-Richtfest.

Ganz fertig ist der Prunkwagen noch nicht. Wie üblich, wird wohl jede Sekunde bis zum Start des Rosenmontagszugs genutzt werden, um die letzten Details zu erledigen. „Wenn der Wagen Rosenmontag am Traktor hängt, dann werden wir hinten noch nageln“, sagt Frank Vollmer la­chend. Gemeinsam mit Wa­genbaumeister Hermann Münzberger baute er in den letzten drei Wochen den alten Wagen um. Nach dem Richtfest darf nun eifrig dekoriert werden. „Das können die Damen dann besser“, meint Münzberger augenzwinkernd.

Auflagen mit jeckem
Geflunker begegnet

Die blaue Verschalung und das Dach des Wagens sind bereits fertig. Die ersten europäischen Flaggen schmücken schon das karnevalistische Gefährt. Auch wenn für KVC-Geschäftsführer Michael „Steini“ Stein die holländische Fahne „viel zu groß“ ist, wie er lachend schimpft. Sie ist wohl ein Zugeständnis an die befreundeten Jecken aus dem niederländischen Zwolle, die den KVC auf seiner Prunksitzung am 19. Februar im Deichhaus auf der Grav-Insel besuchen werden. „Einen ganzen Bus voller Holländer erwarten wir“, sagt der Präsident des KVC, Adalbert Gose.

Vom TÜV Rheinland wurde der Wagen schon abgenommen. „Auch wenn wir dieses Jahr mit viel strengeren Auflagen zu leben haben. Eine Folge des Loveparade-Unglücks“, erklärte Michael Stein. „An­fangs waren wir deswegen etwas verunsichert, aber letztlich war das kein Problem.“ Ein Bremsentest war ebenso notwendig wie das Wechseln eines Reifens. Ein Handlauf und eine feststehende Leiter zum Einstieg mussten installiert werden. Für den Transport zum Rosenmontagszug muss zudem die Verkehrsbeleuchtung des Anhängers funktionieren. „Den TÜV konnte ich gut bestechen“, behauptet Wagenbaumeister Münzberger närrisch verschmitzt.

Mit den TÜV-Papieren in der Tasche schickte Präsident Gose gleich einen schönen Gruß an das zum Richtfest eingeladene Prinzenpaar der Stadt Wesel, Helga III. und Kurt I.: „Für drei Jahre ist unser Wagen abgenommen worden – nicht nur für eines wie unser Prinzenpaar.“

Einen geeigneten Ort für den Wagenbau zu finden, wird jedes Jahr schwieriger, sagt Gose. „Wir sind mit unserem Wagen ein bisschen auf der Flucht. Hallen gibt es eigentlich genug, aber die Verbundenheit der Inhaber mit den alten Weseler Traditionen lässt immer mehr nach. Viele sind auch von außerhalb.“

So werden die Hallen für die Vereine entweder zu teuer oder die Fahrten dorthin sind sehr weit und zeitaufwendig. Der KVC baute seinen Prunkwagen in diesem wie in den letzten drei Jahren vor den Toren Flürens. Im nächsten Jahr muss der Verein dafür aber wieder nach Loikum umziehen.

Der Hingucker des diesjährigen Europa-Wagens wird eine große Spritze sein. „Die Finanzspritze wird noch gebaut“, so Hermann Münzberger. Vor allem aber wird sie noch gefüllt: mit überdimensionalen Euro-Scheinen, kündigte der Wagenbaumeister an. Schließlich sollen damit auch überdimensionale Fi­nanzlöcher gestopft werden.

 
 

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