„Es wird funktionieren“

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Hünxe..  Vor der entscheidenden Abstimmung im Rat hatte der Hauptausschuss der Gemeinde Hünxe das Thema Sparkassenfusion vorberaten. „Es wurden über Jahre Kredite ohne Sicherheit vergeben. Wann wurde der Verwaltungsrat über die Schieflage der Sparkasse informiert?“, wollte Heike Kohlhase (Grüne), die sich bei der Abstimmung enthielt, von Bürgermeister Hermann Hansen wissen. – „Sehr früh“, seit 2009 seien das Eigenkapital angegriffen und Gegenmaßnahmen eingeleitet worden, um Kosten zu senken. Hansen: „Es wurde immer verantwortlich gegengesteuert.“ Als mitverantwortliche Faktoren sah er Baukrise, Strukturwandel, Zechenschließung, Niedrigzinsphase.

„Auch ich habe Bauchschmerzen“, sagte Hans Nover (EBH), der sich ebenfalls der Stimme enthielt. Die Probleme, Kundengelder sicher anzulegen, „werden so schnell nicht zu Ende gehen und alle Sparkassen treffen. Die Distanz zwischen Kunden und Sparkasse wird mit jeder Fusion größer, ihr Charakter wird Schaden nehmen.“ Eine Alternative? „Aus dem Verbund ausscheiden und das Risiko in Kauf nehmen.“

Der Bürgermeister bat darum, zu differenzieren. In der Krise habe die Sparkasse Dinslaken-Voerde-Hünxe auch manche Firmen getragen und viele Arbeitsplätze gesichert. „Ein wesentlicher Punkt für Hünxe. Die Sparkasse hat Flagge gezeigt für diesen Wirtschaftsraum. Unterschätzen Sie das nicht.“ Es werde eine Garantieleistung abgegeben, aber es müsse noch nichts gezahlt werden.

Mehr Chancen als Risiken

Hansen: „Ich bin felsenfest davon überzeugt, es wird funktionieren. Der Suchkorridor Kreis Wesel ist genau richtig.“ Und am Schluss seines Plädoyers: „Ich möchte, dass eine lokal agierende Sparkasse für unsere Wirtschaft zuständig ist und bleibt.“

Ob die Sparkasse Wesel auch Risiken in Kauf nehme?, fragte Kohlhase nach. „Die Fusion erfolgt auf Augenhöhe und lebt von Synergien. Beide Sparkassen sind nur wechselseitig überlebensfähig“, so Hansen. Alles sei von Wirtschaftsprüfern sorgfältig bewertet worden. Im nichtöffentlichen Teil nahm Wirtschaftsprüfer Martin Bienen deshalb auch noch einmal eine Bewertung vor.

Stephan Barske (SPD) sah mehr Vorteile als Nachteile, nannte das weitere wirtschaftliche Arbeiten mit Kapital, das Fließen von Spenden und Sponsoring. „Wir können auf Augenhöhe den Weg zu einer Kreissparkasse gehen.“ Er sehe dies in fünf bis zehn Jahren. Dr. Michael Wefelnberg (CDU): „Trotz mancher Risiken bestehen mehr Chancen. Wir behalten Einfluss im Aufsichtsrat, haben Mitspracherecht durch die Garantieerklärung. Die Fusion ist das Beste für unseren Wirtschaftsraum, Mittelstand, für Sparer und Kundennähe.“ Markus Kempmann (EBH) zählte mehr Risiken als Vorteile auf, kam aber zu dem Schluss: „Eine Alternative haben wir nicht.“

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