Ernst-Bosch-Gemälde für die Stadt zum Jubiläum

Wesel..  „Wesel hat viele schöne Dinge, jetzt kommt noch was dazu“ – mit diesen Worten überreicht Michael Schulz vom Lions-Club Wesel Bürgermeisterin Ulrike Westkamp ein Gemälde aus dem Jahr 1896 des Malers Ernst Bosch zum 775jährigen Stadtjubiläum.

Das Gemälde mit dem Titel „Reiter in Landschaft bei Düsseldorf“ zeigt den Industriellen und Schwager des Malers, Adam Eckhardt, der auf einem Pferd in der Landschaft posiert. Kenner vermuten die Szene in Düsseldorf-Grafenberg, heute bekannt für die Pferderennbahn. Ernst Bosch, geboren in Krefeld und in Wesel aufgewachsen, ist bekannt für seine erzählende Realistik. „Der Reiter hat Blickkontakt mit dem Betrachter des Gemäldes. Diese Porträtkunst ist schon faszinierend“, sagt Michael Schulz.

Doch, dass der Lions-Club dieses Bild der Stadt überreichen konnte, gleicht eher einem Zufall. Denn die Besitzerin Marlies Hochgürtel hat das Werk nie an die Wand gehängt, es stand verpackt im Keller. „Ich wollte dem Lions-Club ein Bild für eine Kunstmesse übergeben, deren Erlös karitativen Zwecken zugute kommt“, sagt Hochgürtel. Das Bild habe sie zufällig gewählt. Doch verkauft wurde es nie, denn Club-Mitglied Dr. Wilhelm Busch stellte fest, dass es sich um den bekannten Weseler Künstler handelte. „Daraufhin hatten wir uns entschieden, es der Stadt zu schenken“, erklärt er. Und die freute sich in Person von Bürgermeisterin Ulrike Westkamp ganz besonders: „Das ist ein wirklich schönes Bild.“

Doch so schön war es nicht immer. „Es waren kleine Löcher zu sehen und es hatte sich eine Patina gebildet“, erinnert sich Michael Schulz, durch dessen „Michael und Silvia Schulz Stiftung“ das Werk restauriert werden konnte.

Ernst Bosch hat bis zu seinem 17. Lebensjahr in Wesel gelebt, bevor er an der Kunstakademie in Düsseldorf studierte. Doch Wesel und den Niederrhein liebte er sehr und die Stadt hat er immer als seine Heimat bezeichnet.

Sechs Gemälde sind in Besitz der Stadt. Durch Gespräche mit der Urenkelin, die in Australien lebt, könnten es bald schon mehr werden.

 
 

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