Er hat ein Herz für die Menschen

Sultan Masood Dakik mit seiner Frau Narges während der Laudatio des stellvertretenden Landrates Josef Devers im Kreishaus. Im Hintergrund einer ihrer Söhne.
Sultan Masood Dakik mit seiner Frau Narges während der Laudatio des stellvertretenden Landrates Josef Devers im Kreishaus. Im Hintergrund einer ihrer Söhne.
Foto: FUNKE Foto Services
Sultan Masood Dakik wurde in Kabul geboren, wohnt in Brünen und tut unglaublich viel Gutes. Für Menschen in seinem Heimatland, aber auch anderswo.

Dieser Hamminkelner war seinem Bürgermeister bislang unbekannt. Und auch sonst wussten nur wenige von Sultan Masood Dakik, der in Kabul geboren wurde, glücklich ist, in Brünen mit seiner Familie in Frieden zu leben und der für die Menschen und insbesondere die Kinder in seinem Heimatland, aber auch in anderen Ländern unglaublich viel Gutes tut. Im Kreishaus verlieh ihm der stellvertretende Landrat Josef Devers das Bundesverdienstkreuz am Bande.

Sultan Masood Dakik, Sohn einer angesehenen Familie und eines Vaters, der im diplomatischen Dienst und zuletzt Verkehrsminister Afghanistans war, floh sieben Tage zu Fuß nach Pakistan, kam 1984 mit Mutter und Schwester nach Deutschland, ließ sich zum Textilkaufmann ausbilden, gründete in Düsseldorf eine Firma für Damenoberbekleidung, die er später verkaufte, um sich um seine erkrankte Mutter zu kümmern.

Hilfe dort wie hier

Sein Herz schlägt für die Familie, Bekannte und Freunde, die bei der Ehrung dabei waren, aber auch für viele andere. Der 47-Jährige Vater dreier Jungs, der im Bereich Consulting und Financing sowie im Öl-Geschäft tätig und seit 1995 deutscher Staatsbürger ist, setzt sich über den Verein für Afghanistan-Förderung für mehrere Hilfsprojekte ein. Zweimal im Jahr reist er nach Afghanistan, um sich um acht notleidende Familien zu kümmern, hilft ihnen bei Alltagsproblemen und Schulangelegenheiten. Alphabetisierungskurse organisiert und finanziert er, unterstützt Waisenhäuser unter anderem für Kinder mit Behinderung, mit Sach- und Geldspenden, sammelt Spenden für Hilfsaktionen unter anderem mit wichtigen Medikamenten.

Ein von Sultan Masood Dakik unterstütztes Projekt in Nordafghanistan dient der Ausbildung von 60 Frauen zur Schneiderin. Teils Waisen oder körperlich beeinträchtigt, müssen sie den Lebensunterhalt für sich und ihre Familien verdienen. Neben dem handwerklichen Können lernen sie Rechnen, Schreiben und Lesen.

Religion, nicht Politik

Kindern, die zur medizinischen Versorgung von Afghanistan nach Deutschland gebracht werden, besorgt der Brüner eine Unterkunft, hilft bei Übersetzungsschwierigkeiten und Behördengängen, sorgt für seelische Betreuung. Geflohenen afghanischen Familien vermietet er Wohnraum, beschafft Möbel, baut sie teils zusammen, kümmert sich um Behörden-Kontakte. Auch für Waisenkinder in Pakistan und Afrika setzt er sich ein.

Im Vorgespräch mit ihm habe Sultan Masood Dakik betont, so Devers in seiner Laudatio, dass der Islam „eine Religion und keine Politik“ und Muslime weitestgehend friedfertig seien.

Große Strahlkraft

Ein Vorbild nannte Hamminkelns Bürgermeister Holger Schlierf den Geehrten. Er spreche in seiner Bescheidenheit nicht über sein ehrenamtliches Engagement, das „eine große Strahlkraft“ auch für Hamminkeln habe. Diese Ausstrahlung gehe auch von den Söhnen aus, sagte Dorothee Brauner, Leiterin des Andreas-Vesalius-Gymnasiums an, das sie besuchen.

Hinter jedem starken Mann steht eine starke Frau“, sagte der Geehrte und dankte seiner Frau Narges ebenso wie vielen anderen, mit denen er kooperiert. Er hat schon wieder neue Pläne: für ein Wasserversorgungsprojekt in Afghanistan und, in Kooperation mit der Uni in Hohenheim, für die Bewirtschaftung großer bracher Flächen in Saudi-Arabien, woher seine Mutter stammt. Dort soll die vielfach nutzbare Jatropha-Pflanze auch zur CO2-Verringerung beitragen. Das geht auch anderswo: Demnächst trifft er den Präsidenten Madagaskars.

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