Entspannt radeln mit dem Hund

Von Susanne Zimmermann
Ralf Lügger zeigt mit seiner Rita, wie’s gemacht wird. Am Anfang steht aber das Schieben....
Ralf Lügger zeigt mit seiner Rita, wie’s gemacht wird. Am Anfang steht aber das Schieben....
Foto: Lars Fröhlich / WAZ FotoPool
Damit auch das Tier die Tour genießt, gilt es einiges zu berücksichtigen. Nicht zu viel verlangen

Kreis Wesel.  Mit dem Hund auf Radtour? Einfach losradeln – das geht nicht gut. Damit Mensch und Tier Spaß an der Sache haben, gilt es, einiges zu beachten. „Absolute Voraussetzung ist, dass der Hund sicher bei Fuß geht“, erläutert der Hamminkelner Hundetrainer Ralf Lügger. Und wenn nicht? „Vergessen Sie’s!“

Ganz auf gemeinsame Radtouren muss man auch dann nicht verzichten, das Tier kann im Anhänger oder Korb mitfahren (siehe Artikel unten ). Am besten im Geschirr, anschnallen nicht vergessen.

Aber Rita, Lüggers sechsjährige Hündin aus einer slowakischen Tötungsstation, geht perfekt bei Fuß. Gemeinsam demonstrieren sie, wie’s gemacht wird. „Der Hund läuft immer rechts.“ Auf diese Weise ist der Hund vor dem Verkehr geschützt. Viele Hundeschulen lehren, dass der Vierbeiner links geführt wird – das kommt aus der Jagd, rechts wurde das Gewehr getragen.

Am Fahrrad läuft der Hund rechts und angeleint. „Es gibt immer mal Situationen, wo der Hund angeleint werden muss“, erläutert Lügger. Wer ihn im Straßenverkehr frei laufen lässt, ist Optimist.

Es gibt Hilfsleinen, die am Fahrrad angebracht sind (ab 49 Euro). Lügger hält davon nichts, auch viele Tierärzte lehnen sie ab: Die Hunde werden überfordert, ohne dass der Radfahrer das bemerkt. „Ich habe die Leine in der Hand, sie muss locker sein und ich habe den direkten Kontakt zu meinem Tier“, so Lügger – wer radelt, achtet auf den Verkehr und kann nicht ständig die Signale seines Hundes beobachten.

Und: Das Tier sollte ein Geschirr tragen. Häufig sieht man Radler, die einen Hund am Halsband hinter sich herzerren – das geht auf Nacken und Kehlkopf. Der Vierbeiner hat keine Chance, zu zeigen, dass er erschöpft ist.

Bevor es überhaupt los geht, wird der Hund rechts geführt und das Fahrrad links geschoben. Das Tier darf sich an das Gefühl gewöhnen, an die Geräusche, den Verkehr. „Das sollte man über Wochen trainieren, nicht sofort zu viel verlangen...“, rät Lügger. Wenn der Hund so entspannt neben dem Rad läuft wie Rita es demonstriert, sind langsame 500 Meter radeln erlaubt.

Für sportliche Leistungen ist Kondition nötig – und die will trainiert sein. Langsam anfangen und Muskulatur aufbauen lassen, raten Tierärzte. Der Trainer sieht das ähnlich. Und jede Tour beginnt langsam, auch bereits trainierte Vierbeiner müssen sich erst aufwärmen.

Alternative: Anhänger

Bei langen Touren können viele Hunde nicht am Rad laufen - aber dabei sein: Kleine Tiere mit maximal zehn Kilo Körpergewicht können im Korb auf dem Gepäckträger oder am Lenker mitfahren. Der Fachhandel bietet die mit Gitter überdachten Körbe - damit das Tier nicht auf dumme Gedanken kommt - für 50 bis 120 Euro an, je nach Ausstattung.

Mehr Spaß - für Mensch, vermutlich auch für Hund - bringen Hundeanhänger, allerdings sind sie teurer. So kostet ein kleiner Anhänger je nach Qualität im Fachhandel ab 160 Euro, bei Bedarf kann die Achse abmontiert werden. Das Ganze lässt sich bequem schieben – beim Joggen oder Skaten, falls das Tier nicht oder nicht mehr gut zu Fuß ist. „Schwerer als 30 Kilogramm sollten Hunde dafür nicht sein“, sagt Fahrradhändler und Hundefreund Bernd Vorstius. „Für ganz große Hunde empfehle ich Lastenanhänger.“ Wahlweise können Kinderanhänger mit festem Boden zum Einsatz kommen, sie können in der Regel mit bis zu 50 Kilogramm belastet werden. Egal ob Korb oder Anhänger: Die Tiere sollten ein Geschirr tragen und angeschnallt sein, sie könnten bei Vollbremsungen oder in Kurven sonst herausstürzen.