Entscheidungshilfe für die erste Wahl

Im Ratssaal kamen die Politiker und Schüler miteinander ins Gespräch.
Im Ratssaal kamen die Politiker und Schüler miteinander ins Gespräch.
Foto: WAZ FotoPool
16-Jährige und ihre Zukunft: Die vier Bürgermeister-Kandidaten stellten sich Fragen von Schülern. Der Sowi-Grundkurs des Andreas-Vesalius-Gymnasiums lud dazu in den Ratssaal ein

Wesel..  Zum ersten Mal fanden zahlreiche Jugendliche vor einigen Tagen ihre Wahlbenachrichtigungen im Briefkasten. Zum ersten Mal dürfen sie am 25. Mai ins Wahllokal gehen und ihre Kreuzchen machen.

Doch wo? Für welche Inhalte stehen die einzelnen Parteien und welcher Bürgermeisterkandidat macht den besten Eindruck? Gar nicht so einfach, da durchzublicken - vor allem, wenn man die Kandidaten nur vom Plakat oder aus der Zeitung kennt. Das dachten sich auch die Schüler des Sozialwissenschaften-Grundkurses der Stufe zehn am Andreas-Vesalius-Gymnasiums. Aus eigenem Antrieb heraus wollten sie das ändern und sich einen persönlichen Eindruck verschaffen. Gestern luden sie die vier Bürgermeisterkandidaten zu einer Podiumsdiskussion in den Ratssaal ein.

Amtsinhaberin Ulrike Westkamp (SPD) sowie ihre Herausforderer Jürgen Linz (CDU), Norbert Segerath (Die Linke) und Manfred Schramm von den Piraten verrieten zunächst Persönliches über sich und was sie an Wesel schätzen. Später stellten sie sich dann den Fragen der Schüler. Drei Monate lang hatten diese die Podiumsdiskussion im Unterricht vorbereitet, unter anderem Zeitungsartikel gelesen und Vorgespräche mit den Kandidaten geführt. „Dann haben wir einen Fragenkatalog entwickelt“, erklärte Sebastian Nuyken, der die Runde gemeinsam mit Amina von der Linden moderierte.

Den Schülern seien zukunftsweisende Themen besonders wichtig, sagte Amina. Es gab Fragen zur Weseler Schullandschaft, Stadtentwicklung und zu Finanzen. Und damit auch alle Erstwähler des Andreas-Vesalius-Gymnasiums etwas davon hatten, lud der Sowi-Grundkurs die gesamte Jahrgangsstufe zehn der Schule in den Ratssaal ein. Auch einige Schüler der Stufe elf kamen.

Umfragen

Wie die Freizeitangebote der Stadt bei Jugendlichen ankommen, hatten die Veranstalter vorab bei ihren Mitschülern erfragt. Von 138 Befragten beurteilten 43 die Möglichkeiten als attraktiv, 92 als nicht attraktiv - 59 als ausreichend und 77 als nicht ausreichend. Eine weitere Umfrage unter den Schülern ergab, dass nur 34 Prozent von ihnen sich vorstellen können, später in Wesel wohnen zu bleiben. 66 Prozent möchten weg aus der Stadt.

In einer fairen und launigen Runde bezogen die Kandidaten auf dem Podium zu zahlreichen Frage und Themen Stellung, auch zu den Umfrageergebnissen. Gute Baugebiete und Verkehrsanbindungen seien nötig, um junge Menschen in Wesel zu halten, sagte etwa Norbert Segerath. Attraktive Arbeitsplätze, Ausbildungsmöglichkeiten und Kinderbetreuung sprach Ulrike Westkamp an. Vereine und Sportvereine gebe es in Wesel viele, betonte Jürgen Linz. Jugendliche sollten ihre Wünsche ruhig an die Parteien herantragen. Manfred Schramm sprach sich für ein Jugendparlament aus.

 

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