Endspurt vor der Eröffnung

Das Strommuseum des Turmvereins in Damm wird in Kürze eröffnet, Hermann Goebel mit Adenauers Stopflicht Foto: Franz Meinert
Das Strommuseum des Turmvereins in Damm wird in Kürze eröffnet, Hermann Goebel mit Adenauers Stopflicht Foto: Franz Meinert
Foto: WAZ FotoPool

Schermbeck.. In den Endspurt vor der Eröffnung seines kleinsten Strommuseums weit und breit geht der Turmverein Damm. Weitere Ausstellungsstücke bereichern das Projekt, das am Freitag, 27. Mai, ab 14 Uhr offiziell präsentiert wird. Am Samstag darauf feiern die Mitglieder und Freunde.

„Es ist immer noch einiges zu tun“, sagt Vorsitzender Ernst-Hermann Göbel. Er dankt für die vielen neuen Exponate, zum Beispiel eine Tafel mit verschiedenen Ka­beln, die Michael Sonfeld aus der Lehrwerkstatt der RWE in Wesel mitbrachte. Er kümmert sich bei dem Stromversorger um die Liegenschaften und hat derzeit knapp zehn vergleichbare Projekte wie in Damm, wo in stillgelegte Türme neues Leben kommen soll. „Jeder Turm hat seine eigene Ge­schichte“, sagt Sonfeld über dieses „wunderbare Neuland“, das ihn trotz seiner 35-jährigen Berufserfahrung immer wieder in Erstaunen versetzt.

Rund 110 Stromtürme stehen noch in den Kreisen Kleve und Wesel, sie fallen langsam aber sicher der Erdverkabelung zum Opfer. Sonfelds Wunsch: einen oder zwei Türme in jeder Gemeinde zu erhalten. Vielleicht könnte so­gar eine „Niederrhein-Turmroute“ die einzelnen Standorte verbinden. Auf die Anwohner an den alten Türmen kann Sonfeld dabei nicht immer setzen: Sie fordern teils vehement den Sofort-Abriss.

Anfangs habe RWE die fast 180 Dammer Türmer „noch belächelt“, gibt er zu, aber die Begeisterung für das Museum inklusive Turmbier, -wurst und -käse hat dort längt auch die Chefetage erreicht. Die Exponate leisten ein Übriges dazu. Heinz Neu stiftete für die gut gefüllten Vitrinen ein russisches Messgerät, Siegmund Eder Schilder und Bücher. Bislang ältestes Exponat ist eine Bohrmaschine von 1911, mithin so alt wie der Turm selbst. In die Rubrik Kuriositäten fällt ein Rücken-Massagegerät aus den 1930er Jahren. Industrie und Haushalt werden im Erdgeschoss die Themen sein. Die Dammer profitieren von ihrer Kooperation mit dem großen RWE-Strommuseum in Recklinghausen.

„Die Bank wird schon gut angenommen“, stellt Göbel zur ersten „Volks-Bank“ am Turm fest. Jörg Piechocki, Goldschmiede-Meister aus Ma­rienthal, fertigte die Plakette, die Göbel und Wolfgang Lensing als Vertreter der Genossenschaft anbrachten. Eine Wanderkarte zum Naturpark Hohe Mark Westmünsterland (der Verein ist Partner) soll bis zur Museumseröffnung stehen. Eine Ladestation für Elektroräder kommt hinzu.

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