Elfmeter verwandelt!

Philipp Ortmann
SPD-Bürgermeisterkandidat Bernd Romanski stellte sich beim Unternehmerverein Pro Mittelstand vor.
SPD-Bürgermeisterkandidat Bernd Romanski stellte sich beim Unternehmerverein Pro Mittelstand vor.
Foto: Funke Foto Services
Der Bürgermeisterkandidat der SPD in Hamminkeln, Bernd Romanski, nutzt seine Chance und überzeugt die Mitglieder von „Pro Mittelstand“.

Hamminkeln.  Dass er die Chance eines von Roswitha Bannert-Schlabes überlassenen Feldes ungenutzt lassen würde, war ohnehin nicht zu erwarten. Dass er die Mitglieder von „Pro Mittelstand“ aber so deutlich auf seine Seite ziehen konnte, das hat SPD-Bürgermeisterkandidat Bernd Romanski am Dienstagabend dann doch überrascht. Von 80 organisierten Unternehmern, die in den Gasthof Buschmann gekommen waren, hatten am Ende 72 an einer Befragung teilgenommen. Ob der Kandidat überzeugt oder eben nicht überzeugt habe, wollte der Vorstand auf einem Zettel wissen. Und das Ergebnis war eindeutig: Eine Stimme war ungültig, der Rest aber machte sein Kreuz bei „überzeugt“.

Macht eine 100-prozentige Zustimmungsrate für Bernd Romanski, der als langjähriges SPD-Mitglied nicht unbedingt davon ausgehen konnte, Mittelständler mit vornehmlich konservativer Denke kollektiv zu beeindrucken.

Romanski saß an einem Stehtisch, stellte sich und seinen Werdegang vor und handelte in seinem gewohnten Tempo per Power-Point-Präsentation die Themen ab, die der Verein vorgegeben hatte: beim Haushalt sehe er keine Einsparmöglichkeiten, außerdem wisse man nicht, welche Kosten noch auf die Stadt zukämen, allerdings stecke im Haushalt mit Blick auf das Jahr 2018 „viel Hoffnungspotenzial“, so Romanski.

Dazu müsse man unter anderem die Wettbewerbssituation zu den Nachbarkommunen verbessern, die bei Grund- und Gewerbesteuern bis auf Hünxe moderater seien. Man müsse junge Familien gewinnen, Gewerbebetriebe halten und attraktiv für neue werden. Wie? „Durch den ständigen Dialog“, antwortete Romanski. Ein dauerhafter Austausch mit den Unternehmen solle dafür sorgen, dass individuelle Bedürfnisse wahrgenommen und umgesetzt werden. „Wirtschaftsentwicklung in einem viel früheren Stadium“, nannte der SPD-Kandidat das. Was bei der Hamminkelner Unternehmerschaft im Saal gut ankam.

Akzente gesetzt, Fallen vermieden

Romanski setzte gut vorbereitet Akzente, wo er es konnte, etwa bei Finanzen und Gewerbe, unterließ es aber bei anderen Themen, wie der Effizienz der Stadtverwaltung oder Geschäftsmodellen wie den Stadtwerken, sich zu Äußerungen hinzureißen. Das werde er sich nicht anmaßen und aus Respekt vor den Mitarbeitern nicht tun, so der Bürgermeisterkandidat geschickt, der auf Nachfrage eines Zuhörers allerdings zugab, dass die rund 200 offenen Bauanträge, die bei der Stadt liegen sollen, bearbeitet werden müssten.

In enger Zusammenarbeit mit dem Personalrat der Stadt wolle er die Arbeit gestalten, die Mitarbeiter überzeugen und „loslaufen“, sagte Romanski. „Was wäre denn sonst die Konsequenz? Wand zu dick, also ein bisschen Putz dran und woanders weitermachen? Nein!“ Dann müsse man die Wand einreißen.

Sein Auftreten und Vortragen gefiel den Zuhörern, die sich vereinzelt zwar fragten, inwieweit Bernd Romanski das Tempo würde durchsetzen können, ohne Wähler zu verschrecken. Am Ende hatte sie der SPD-Kandidat aber überzeugt.