Eine Politur für das Image

Per Bootsrundfahrt erkundeten die Besucher das Kieswerk.
Per Bootsrundfahrt erkundeten die Besucher das Kieswerk.
Foto: Christoph Karl Banski

Wesel..  Die gewaltigen Ausmaße des Kieswerkes in Ginderich-Büderich wurden den Besuchern beim Tag der offenen Tür schon bei der Busfahrt vom Parkplatz zum Abbaugebiet deutlich.

Auf immerhin 90 Hektar, das entspricht der Fläche von zirka 130 Fußballfeldern, erstreckt sich das Firmengelände.

Kein Wunder, dass sich die rund 300 Besucher, die trotz Dauerregens durchgehend dort waren, an den zahlreichen auf dem Gelände verteilten Ständen und Attraktionen verloren.

22 Mitarbeiter sind in dem Kieswerk beschäftigt, 1,1 Millionen Tonnen Sand und Kies werden alleine an diesem Standort in jedem Jahr aus der Erde geholt. Bis zum Jahr 2017, dann läuft die Genehmigung aus. Mit der Einladung zum Tag der offenen Tür möchte die Betreiberfirma Hülskens Vorurteile abbauen und so ihr Image aufbessern. „Die Diskussionen um den Kiesabbau sind von Nichtkenntnissen geprägt. Wir müssen uns darstellen, zeigen was wir machen, dann spricht das Bild für sich. Wir haben nun mal in NRW den qualitativ besten Kies Deutschlands“, erklärte Rudolf Koß, Geschäftsführer Technik.

Niederrhein im Wandel

Neben dem Gastgeber machten viele Aussteller und Partnerfirmen die breite Anwendungspalette von Kies und Sand deutlich. Dazu lockten die Berufsfeuerwehr Wesel und das Technische Hilfswerk mit diversen Schauvorführungen. Ein Labyrinth – Spiel, Glücksrad oder Torwandschießen – beschäftigte den Nachwuchs und wer sich eine Regenpause gönnen wollte, durfte diese bei Kaffee und Kuchen, Bratwurst oder Reibekuchen genießen.

Dass die Kiesindustrie mit dem Image leben muss, die Landschaft zu verschandeln, sehen die meisten der Besucher anders. „Ich bin als Wassersportler für den Kiesabbau, es entstehen ungeheuer viele Freizeitmöglichkeiten, die es bislang nicht genügend gibt. Man muss sich doch nur mal das Gelände der Xantener Nord- und Südsee ansehen“, findet Guido Peraglie aus Bislich. Ähnlich pragmatisch sieht es der Emmericher Hans Josef Wemmer: „Der Niederrhein befindet sich im Wandel. Sehen Sie sich die Landwirtschaft an, die ist hier schon lange von Monokultur geprägt.“ Für die meisten Besucher, so der Eindruck, gehört der Kiesabbau zum Niederrhein, sie nehmen ihn in Kauf.

Und manch einer hatte ganz andere Interessen. „Meine Enkel möchten mal einen echten Radlader aus der Nähe sehen“, berichtete Helmut Höpken.

 
 

EURE FAVORITEN