Eine Oase der Kunst existiert auf Hamminkelner Bauernhof

Peter Krüger bei der Arbeit während des Symposions.
Peter Krüger bei der Arbeit während des Symposions.
Foto: FUNKE Foto Services
  • Die NRZ besuchte das Symposion, um sich einen Eindruck zu verschaffen.
  • Mittlerweile nehmen vor allem befreundete Künstler aus Deutschland teil.
  • Lotterieteilnehmer können Original-Kunstwerke bei der Finissage gewinnen

Hamminkeln..  Der Hof von Peter Krüger atmet Kunst aus. So zumindest der erste Eindruck, wenn man die Schotterpiste namens Westfeldweg in Hamminkeln nimmt und am Gelände ankommt. Links und rechts stehen Skulpturen wie zufällig hingestellt, linker Hand liegt ein Amphitheater, dahinter die Kopie des Apollo-Tempels, der ursprünglich mal das Grab von Peter Krüger werden sollte, am Hof vorbei Richtung „Musentempel“ werkeln Künstler vor sich hin. Hier ruft alles nach Kunst. Schließlich findet zur Zeit das 12. Hamminkelner Symposion statt. Ein Besuch vor Ort.

Peter Krüger sitzt unter dem Pavillon vor dem Musentempel im Gartenstuhl und hat die Augen geschlossen. Die Hitze macht auch ihm zu schaffen. Fünf Meter vor ihm rückt Klaus Reimer einem Granitklotz mit schwerem Gerät zu Leibe, um erste Formen seines „Zeus“ aus dem Gestein zu treiben. Im Hintergrund meißelt Nicole Schillings an ihrem Werk. So sieht es aus beim Symposion. Ein Begriff aus dem Altgriechischen, der sinngemäß „gemeinsames, geselliges Trinken“ bedeutet und auch für fruchtbare Gespräche steht. In Hamminkeln geht es für die Teilnehmer um das Miteinander. um das voneinander Lernen, um Erfahrungen, die ausgetauscht werden, um die Freude am kreativen Tun, um das Entstehen von Kunst. Alles in freundschaftlicher Atmosphäre unter Gleichgesinnten. Eine Oase der Kunst hat Peter Krüger so erschaffen. Das sehen auch die Teilnehmer am Symposion so.

Es ist nicht mehr so international, das Treffen in diesem Jahr. Früher waren häufig auch Künstler aus Italien und Portugal dabei. Doch die befreundeten Künstler werden älter. „Eigentlich sind das hier alles Freunde“, erklärt Peter Krüger. Freunde, die allerdings nicht mehr im Musentempel übernachten. Der ist eigentlich eine alte Getreidescheune aus dem Jahr 1852 und stand einst im Münsterland, bis Peter Krüger sie ab- und in Hamminkeln wieder aufbaute. Eigentlich wollte er auf seinem Hof einen Nachbau von Pompeii erschaffen, legte das Amphitheater an. Doch der Plan ging nicht auf. Peter Krüger: „Die Natur ist hier stärker, sie überwuchert alles.“ Es hat nicht den Anschein, als würde das Peter Krüger besonders stören.

Er selbst lernte die Bildhauerei während der Sommerakademie in der Nähe von Salzburg in Österreich kennen. „Wir haben damals fünf Wochen im Steinbruch übernachtet, hatten drei Professoren“, versucht er seine Begeisterung für die Bildhauerei verständlich zu machen. Seitdem lernte und lernt der noch 74-Jährige immer wieder dazu. In weiteren Sommerakademien, auf weiteren Symposien, die ihn auf die Idee gebracht haben, so etwas doch einmal in Hamminkeln zu organisieren. Zunächst noch im alten Bahnhof, seit einigen Jahren auf seinem Hof am Westfeldweg.

Wer wissen will, was die Künstler in den zwei Wochen geschaffen haben, ist herzlich zur Finissage am Donnerstag, 28. Juli, ab 18 Uhr eingeladen. Dann feiert Peter Krüger nicht nur seinen 75. Geburtstag, sondern hat auch die Band von Ulrich Ingenbold eingeladen. Außerdem gibt es Thailändisches aus dem Wok und eine Lotterie. Denn, das ist Bedingung für die Teilnahme am Symposion, jeder Künstler muss ein Werk für die Lotterie spenden. Wer Glück hat, geht also mit einem Original nach Hause.

EURE FAVORITEN

Weitere interessante Artikel