Eine Luxuslimousine für den Landrat

Dienstfahrzeuge dürfen durch.
Dienstfahrzeuge dürfen durch.
Foto: WAZ FotoPool
Das ärgert den Weseler SPD-Fraktionschef und Parteivorsitzenden Ludger Hovest. Er möchte, dass Landrat Dr. Ansgar Müller Vorbild ist.

Wesel..  Wenn Staatsmänner oder -frauen im Blitzlichtgewitter vorfahren und anschließend gestresst die Fragen der Journalisten beantworten, dann sind sie meist aus einer teuren Limousine gestiegen. Bundeskanzlerin Angela Merkel zum Beispiel aus einem Audi A 8, Bundespräsident Joachim Gauck ebenfalls, und nun rollt auch Landrat Dr. Ansgar Müller in solch einem Wagen an. A 8 statt A 6 heißt es für den SPD-Politiker, was Genosse Ludger Hovest gar nicht gut findet. Im Gegenteil. Der Weseler Fraktionschef und Parteivorsitzende sagt: „Bescheidenheit ist eine Zier.“ Und genau die vermisst er bei Ansgar Müller.

Wie so oft ergreift der Lackhausener das Wort, wenn es um den Kreishaushalt und die damit verbundene Umlage geht, die die Kommunen bezahlen müssen. „Das planlose Herumdoktern muss ein Ende haben“, sagt er und verweist unter anderem auf den Dienstwagen des Landrats. „Ein falsches Signal“, wie er findet.

Gerade hatte Regierungspräsidentin Anne Lütkes mit Blick auf die Haushaltsführung dem Kreis einen Rüffel erteilt. Jetzt müssten grundsätzliche Korrekturen im Kreishaushalt und im Verhältnis des Kreises zu den 13 Kommunen her. Plötzlich finde der Landrat einige 100000 Euro im Personalhaushalt, der Kämmerer wiederum bei den Sachkosten und Investitionen. Da ließe sich sicher noch eine zweite oder dritte Million entdecken, mutmaßt Hovest und fordert den Kreis erneut auf, dass es bei den Streichungen keine Tabus geben dürfe. Bürgermeister und Kämmerer von Städten und Gemeinden in der Haushaltssicherung könnten dem Landrat erklären, wie sie dessen Anordnung zum Sparen umsetzen. So könne auch der Kreis seine Aufgaben in allen Bereichen deutlich reduzieren.

Politiker, insbesondere Spitzenpolitiker, hätten eine Vorbildfunktion und kämen auch mit kleinen, umweltfreundlichen Autos ans Ziel. Die Begründung, dass die Leasingrate für den Audi A 8 günstiger sei als die für den mit vielen Extras ausgestatteten Audi A 6, klinge zumindest merkwürdig. Und was Hovest besonders schlimm findet: „Die Kreispolitik schweigt dazu.“

 

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