Ein Xantener blickt auf Bislich

Wolfgang Wilhelmi (Bildmitte mit Museumsleiter Peter von Bein und Heike Kemper) hat seit drei Jahren Material gesammelt und zu einem 50-minütigen Film zusammengeschnitten.
Wolfgang Wilhelmi (Bildmitte mit Museumsleiter Peter von Bein und Heike Kemper) hat seit drei Jahren Material gesammelt und zu einem 50-minütigen Film zusammengeschnitten.
Foto: Funke Foto Services
Wolfgang Wilhelmi hat einen Film über das Dorf am Deich gedreht. Am 21. Juli zeigt er ihn im Museum – und beleuchtet vielfältige Seiten

Xanten/Wesel.  Ein Film über Bislich – von einem Xantener? Geht nicht. Es gab ein wenig Skepsis, als Wolfgang Wilhelmi mit dieser Idee kam. Und ganz viel Unterstützung, auch von den anfänglichen Zweiflern: Am Freitag, 21. Juli, wird das Heimatmuseum zum Kino, „Bislich – altes Dorf am Deich“ hat Premiere.

Eigentlich ist Wilhelmi zu dem Thema gekommen wie die Jungfrau zum Kind. Er bat Edmund Ramms, für einen Film über den Xantener Nachtwächter, auf der Fähre filmen zu dürfen – er durfte. Und Ramms zog mit seinen Erzählungen das Interesse des Filmers auf Bislich.

Jahre ist das her. Und jetzt liegt das Werk vor, präsentiert von Wilhelmi, Museumsleiter Peter von Bein und der städtischen Kulturbeauftragten Heike Kemper. Der Film zeigt Bislich und den Niederrhein von der Eiszeit über Römer und Franken, den Krieg, beleuchtet das große Thema Wasser und Hochwasser und natürlich Kies. Die Veränderungen des Rheins im Laufe der Jahrhunderte beschäftigen ihn ebenso wie die Folgen, die das für die Bislicher hatte. Schon um 1300 gründeten die Menschen am Strom einen Deichverband, ungefähr zur gleichen Zeit begann ein regelmäßiger Fährbetrieb nach Xanten.

Film dauert 50 Minuten

Alte schwarz-weiß Schmalfilme von Gerd Clostermann zeigen Männer, die auf dem Hof Clostermann nach dem Krieg arbeiten, Edmund Ramms berichtet darüber, wie Georg Schmid den Kirchengarten anlegte und zu einem Kleinod machte. Der Dokumentarfilm nimmt seine Zuschauer mit in die Kirche St. Johannes, berichtet, wie aus der romanischen eine gotische Kirche wurde.

Trotz der Themenvielfalt: Der Film dauert ganze 50 Minuten. Im Museum Bislich hat sich sein Macher Anregung und Inspiration geholt. Ohnehin zeigt sich Wolfgang Wilhelmi begeistert von den Ausstellungen. „Das ist hier der Niederrhein, wie er mal war und wie er gewachsen ist“, schwärmt er. Und auch das Dorf selbst findet der Xantener besonders. „Bislich ist anders als die anderen Dörfer“, sagt er anerkennend. „Die Bewohner sind anders organisiert, und sie haben sich ihre Eigenheiten erhalten können.“ Zwar gaben Museum und Geschichte Anregungen zum Film. „Die Seele haben ihm die Menschen gegeben“, ist der Filmemacher überzeugt. Peter von Bein lobt den Film, der den Blick aufs Dorf von außen zeigt. Wer mag, kann sich auch nach der Vorführung selbst ein Bild machen: Der Streifen ist als HD Video DVD dann für 15 Euro zu haben.

 
 

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