Ein Unfall mit Folgen

Blick von der Burgstraße Richtung Mittelstraße. Die Vehrsführung ist durch die Beschilderung nicht eindeutig - die Vorfahrtsregelung wird  unterschiedlich interpretiert.
Blick von der Burgstraße Richtung Mittelstraße. Die Vehrsführung ist durch die Beschilderung nicht eindeutig - die Vorfahrtsregelung wird unterschiedlich interpretiert.
Foto: Funke Foto Services
Der Schermbecker Manfred Brauer hatte nach einem Unfall Ärger mit der Versicherung. Zunächst galt er als Verursacher, dabei hatte er sich an die Vorfahrtsregeln gehalten. Die Schilder an der Mittelstraße sorgen für Verwirrung. Doch jetzt scheint eine Lösung in Sicht zu sein.

Schermbeck..  Manfred Brauer ist immer noch sehr aufgeregt. Er hat einen Stapel Fotografien von der Kreuzung Burgstraße/Mittelstraße dabei, die Korrespondenzen, die er führte, füllen heute zwei Mappen. Wochenlang hat er die Institutionen abgeklappert, von der Polizei über die Gemeindeverwaltung bis zur Kreisbehörde, und er hat mit seiner Versicherung gestritten, die für den Schaden erst nicht zahlen wollte. Der Grund ist ein Unfall, in den der 65-jährige Lkw-Fahrer am 2. Dezember 2014 verwickelt war. Ein Samstagmittag, Manfred Brauer fuhr mit seinem Roller über die Mittelstraße. Der Schermbecker ist ein vorsichtiger Mensch, einer, so sagt er, der an jeder Ecke aufpasst. Gerade hatte er die Einmündung Burgstraße passiert, da krachte es. Ein Autofahrer, der aus der Burgstraße kam, ohne auf den fließenden Verkehr zu achten, erwischte ihn am Heck. Zum Glück nur ein Blechschaden, aber einer mit Folgen: Der Mann fühlte sich im Recht, Brauer hielt dagegen. Der Anfang eines Streits, der beispielhaft vorführt, wie irreführend die Beschilderung an Schermbecks Einkaufsstraße ist. Im Januar erschien dazu ein Artikel in der NRZ, im Februar fand eine Begehung mit Straßenverkehrsamt und Polizei statt, einen zweiten Ortstermin gibt es in dieser Woche. Diesmal ist auch die Bezirksregierung dabei. Man arbeite an einer Lösung, bestätigt die Gemeinde. Näheres will sie bald bekannt geben.

Manfred Brauer würde das freuen. Ihn hat die Angelegenheit Nerven gekostet. Mittlerweile ist er zum halben Verkehrsrechts-Experten mutiert, wobei er sich als gelernter Berufsfahrer ohnehin gut auskennt. Die Situation: Zwei Schilder stehen vor der Ecke Burgstraße/Mittelstraße übereinander. Eins hebt die verkehrsberuhigte Zone auf, das andere begrenzt auf 20 Km/h. Die Krux: Autofahrer könnten hier durchaus der Annahme sein, dass sie den verkehrsberuhigten Bereich der Nebenstraße verlassen haben und jetzt wieder rechts vor links gilt. Ist aber nicht so. Die Mittelstraße ist Vorfahrtsstraße, das bestätigten Gemeinde und Kreispolizei.

Manfred Brauer fühlte sich ungerecht behandelt. Polizeibeamte wiesen ihn am Unfalltag zunächst als Schuldigen aus. Die Versicherung stufte ihn hoch. Der Schermbecker hat sich daraufhin einen Rechtsbeistand gesucht. Inzwischen wurde das Geld für den Schaden überwiesen.

Alles in allem ist die Angelegenheit für ihn gut ausgegangen. Glücklich sieht Manfred Brauer aber immer noch nicht aus. Ein mulmiges Gefühl ist geblieben. „Was ist, wenn hier mal ein Mensch verunglückt? Ich bin erst beruhigt, wenn man nicht mehr um seine Gesundheit fürchten muss.“

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