Ein Stück Weseler Geschichte

Einige schauten zu und fotografierten das Aufrichten der Rheinbrückenskulptur am Dienstagmorgen.
Einige schauten zu und fotografierten das Aufrichten der Rheinbrückenskulptur am Dienstagmorgen.
Foto: WAZ FotoPool
Lange wurde darüber geredet, jetzt ist sie da, die Rheinbrückenskulptur. Die Idee dazu hatte der Weseler Künstler Twan Schutten. Der Niederländer aus Venlo lebt seit 30 Jahren hier und freut sich, dass ein Stück Weseler Geschichte erhalten werden kann.

Wesel..  Na, erinnern Sie sich? So sah doch die alte Rheinbrücke aus. Ein Teil der typischen Konstruktion hat nun seinen Platz auf der Wiese vor der Musik- und Kunstschule gefunden. Mit dabei: der Urheber der Skulptur, der Weseler Künstler Twan Schutten.

„Ich habe nie verstanden, dass die Stadt Wesel das bisschen Geschichte einfach wegschmeißen wollte“, sagt der 66-Jährige im Gespräch mit der NRZ und freut sich nun darüber, dass nach vielen langen Diskussionen ein Stück des ewigen Rheinbrückenprovisoriums nun doch für die Nachwelt erhalten bleibt. Der Weg zur Skulptur war schließlich kein leichter. Immer wieder galt es, Widerstände zu überwinden und Befürworter zu finden.

Einer, der von Anfang an von der Sache überzeugt war, schaute bei der Aufstellung des Werks zu: Peter Berns (FDP), Mitglied des Ausschusses für Kultur und Stadtmarketing. Außerdem waren die Sponsoren mit dabei. Denn die Stadt hat für das geschichtsträchtige Kunstwerk keinen Cent ausgeben müssen.

Nachdem es zunächst geheißen hatte, dass das Brückenelement gratis zu haben ist, wollte die Abbruchfirma plötzlich doch Bares sehen. Immerhin 3000 Euro nahm sie für den Schrott, der nun wieder eine Aufgabe hat. Er soll an die Nachkriegszeit erinnern, an den Weg von der völligen Zerstörung der alten Hansestadt bis zum Wiederaufbau. Darauf wird auch eine Tafel hinweisen, die zeigt, woher das Element stammt: Es ist eine von vier langen Stelen der alten Rheinbrücke, die hier mit Sichtkontakt zur neuen Rheinbrücke ihren neuen Standort hat.

Ursprünglich wollte Twan Schutten, der vor 30 Jahren als Stipendiat im Ringenberger Schloss war und dann in Wesel blieb, das Material so lassen, wie es war. Doch der giftige Rostschutz Bleimennige ließ dies nicht zu. Also wurde erst alles beseitigt und neu gestrichen. Die Firma Hülskens half hier kräftig.

Nun steht das ausbalancierte Element an einem der Eingangstore in die Stadt und wirkt ein bisschen windschief. Das soll so sein und wurde extra berechnet. Dennoch atmete Twan Schutten nach dem Abladen des Elements erst einmal auf. Denn zwischen Theorie und Praxis liegen manchmal ja Welten. Doch alles klappte wunderbar. Innerhalb kurzer Zeit wurde das 8,50 Meter große und zehn Tonnen schwere Brückenteil per Kran an seinen Platz gehievt. Den Rest erledigt Twan Schutten, der aus Venlo stammt, selbst. Mittwoch greift er zum Spaten und schaufelt das Loch zu.

 
 

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