Ein Hörerlebnis im Museum

. Foto: Markus Joosten / WAZ FotoPool
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Wesel.. „Familiengeschichten aus dem Kieswerk“ heißt eine Ausstellung in Bislich.

Es war eine Art Schlüsselerlebnis. Als Zehnjähriger erlebte Lutz van der Kuil, wie der spätere Auesee ausgebaggert wurde. In Flüren waren die Geräusche der Maschinen deutlich zu hören. Was denn da so quietsche, wollte er damals von seinem Vater wissen. „Das muss so sein, das ist der Eimerkettenschwimmer, den ich gebaut habe“, versicherte dieser. Das beeindruckte Sohn Lutz, er wurde Schiffsbauingenieur und arbeitet, wie einst sein Vater, heute für die Firma Hüls­kens.

Der Werkstattleiter, der als Chef eines Teams von 58 Männern sämtliche Reparaturen managt, ist einer von 15 Mitarbeitern aus vier Kiesunternehmen, die im Bislicher Heimatmuseum über ihren Berufsalltag erzählen. Lutz van der Kuil steht für die vierte Generation seiner Familie, die im Dienste der Firma Hülskens stehen. „Mein Großvater selbst hat noch auf einem Wohnschiff gelebt“, erinnert sich der Weseler. Die fünfte Generation ist übrigens auch schon für das Kiesunternehmen tätig. Jan Fuhrmann arbeitet als Schiffsführer und gehört ebenfalls zu den Interviewpartnern, die für diese Hör-Ausstellung, die im Rahmen des Internationalen Museumstages am Sonntag, 20. Mai, ab 10 Uhr im Bislicher Rheindeichmuseum zu erleben ist, ausgewählt worden sind. Organisiert werden die „Familiengeschichten aus dem Kieswerk“ vom Initiativkreis „Zukunft Niederrhein, einem Forum von insgesamt 13 Unternehmen der Kies- und Sandindustrie aus den Kreisen Wesel und Kleve.

Mitarbeiter aus verschiedenen Unternehmen

Zwischen einer Kurzversion und einer fünf bis sechs Minuten langen Fassung können die Besucher bei den acht Interviews wählen. Darin schildern die Mitarbeiter (Laborantin, Kranführer, Sekretärin, Vermessungstechnikerin, Betriebsleiter und Schiffsführer) von Suhrborg, Rhein, Main, Kies und Splitt (RMKS), Boll und Hülsken nicht nur, wie ihre Familien mit den jeweiligen Unternehmen verbunden sind, es geht außerdem um den Berufsalltag und das Thema Auskiesung am Niederrhein. Lutz van der Kuil: „Wir sind in den Interviews auch danach gefragt worden, wie der Kies an den Niederrhein kam und welche Probleme der Kiesabbau mit sich bringt.“

Ergänzt wird die Ausstellung, die bis Ende Oktober geöffnet ist, durch großformatige Fotos. „Familiengeschichten aus dem Kieswerk“ ist Bestandteil der Ausstellungsreihe des Kulturgeschichtlichen Museumsnetzwerkes Niederrhein zum Thema Familiengeschichte(n), das vom Verein Kulturraum Niederrhein koordiniert wird. Die Tuchausstellung im Städtischen Museum Wesel und die Präsentation im Dingdener Humberghaus, die am 8. Juni eröffnet wird, gehören dazu.

 
 

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