Die Schill-Kaserne bleibt bestehen

Tag der offenen Tür im letzten Jahr in der Schill-Kaserne. Hier: Vorführung einer Hindernisbahn. Foto: Markus Joosten / WAZ FotoPool
Tag der offenen Tür im letzten Jahr in der Schill-Kaserne. Hier: Vorführung einer Hindernisbahn. Foto: Markus Joosten / WAZ FotoPool
Foto: WAZ FotoPool

Wesel.. Allerdings fällt die Ausbildungskompanie weg. Und auch das Kreiswehrersatzamt an der Kreuzstraße wird aufgelöst.

Zuerst die gute Nachricht: Der Standort der Schill-Kaserne in der Kreisstadt bleibt erhalten. Die schlechte: Die Ausbildungskompanie wird aufgelöst. Außerdem schließt - was zu erwarten war - das Kreiswehrersatzamt an der Kreuzstraße, als Folge der Abschaffung der Wehrpflicht. Obwohl Oberstleutnant Marcus Uhlemann (40) die Soldatinnen und Soldaten bereits vor der Pressekonferenz von Bundesverteidigungsminister Thomas de Maizière in Berlin darüber informiert hatte, verfolgten einige wenige von ihnen die live übertragenen Fernsehbilder aus der Bundeshauptstadt im Offizierskasino.

Uhlemann nannte gestern Mittag die Zahlen, die sich zwar gewaltig anhören, aber deren Aussage relativiert werden muss. Die Zahl der Arbeitsplätze in der Schill-Kaserne wird von 680 auf 300 reduziert, wobei zurzeit allerdings keine Rekruten vor Ort sind. Die Ausbildungskompanie bietet Kapazitäten von 247 Stellen, allerdings sind momentan nur 37 besetzt. Denn schon zum zweiten Mal in Folge gibt es nach Angaben von Kompaniechef Oberleutnant Nikolaus Trzeschan (27) ein Leerquartal. Für das nächste Jahr seien allerdings wieder Rekruten avisiert worden. 192 könnten in Wesel ausgebildet werden. Von den Ausbildern wohnen laut Trzeschan die meisten nicht in Wesel, sondern in der Umgebung.

Oberstleutnant Marcus Uhlemann ist zwar froh, dass Wesel nicht zu den 31 Standorten gehört, die schließen müssen, doch sei es schwer, wenn man die betroffenen Männer vor sich habe und ihnen in die Augen schaue. Schließlich seien nicht nur sie, sondern oft auch Ehefrau und Kinder von der Entscheidung betroffen.

Fest steht damit, dass das First NATO Signal Battalion vor Ort bleibt, wobei Uhlemann, Kommandeur der deutschen Anteile, erst seit vier Wochen in Wesel ist.

Bürgermeisterin Ulrike Westkamp, die schon vor Monaten eine Anfrage zum Weseler Standort an den Bundesverteidigungsminister gerichtet hatte, ist jedenfalls froh, dass die Kaserne bleibt, wenngleich jeder Weggang auch bedauert werden müsse, zumal sich dies auf die Kaufkraft in der Stadt auswirke.

Sie hatte vorab Informationen von der Dinslakener CDU-Bundestagsabgeordneten Sabine Weiss erhalten und verwies zudem darauf, dass es sich bei dem Gebäude, in dem das Kreiswehrersatzamt mit seinen 46 Beamten und Angestellten sowie sechs Soldaten untergebracht ist, um eine Schlüsselimmobilie in der Innenstadt handele. Das Haus sei im Besitz des Bundes. Sollte er es veräußern wollen, habe die Stadt ein Vorkaufsrecht, so Westkamp.

Wie die zeitliche Schiene für die Umsetzung der gestern bekannt gegebenen Pläne aussieht, ist momentan noch offen. Oberstleutnant Uhlemann rechnet ab 2013 damit.

 
 

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