Die letzte Chance für Wesel

Foto: Gerd Hermann / WAZ FotoPool

Wesel.  Manche können es nicht mehr hören: Betuwe. Wie viele Jahre schon wird darum gestritten? Doch jetzt wird es ernst: Betuwe kommt ins Rollen. Am Dienstag legt die Bahn auf den Tisch, was sie in Wesel vor hat. Ab dann tickt die Uhr. Vier Wochen haben die Weseler Zeit für den Kampf gegen den zunehmenden Zuglärm sowie für Sicherheitsmaßnahmen und nicht gar so hässliche Betonwände. Danach geht nichts mehr.

Seit altersher rühmt sich die Hansestadt Wesel ihrer guten Anbindung. Die hat sie zu Lande, zu Wasser und auf der Schiene. Über rund achteinhalb Kilometer fährt die Bahn durch Wesel. Doch der Segen ist Fluch zugleich - das gilt für die Autos und Laster wie für den Schienenverkehr. Mit der Besonderheit, dass er nur zu einem immer kleineren Teil der Anbindung der Stadt dient und immer mehr Güterzüge die Stadt lediglich als Durchfahrstrecke nutzen - eine Tag und Nacht hoch frequentierte, laute Transitstrecke mitten durch die Stadt.

Nach allen jahrelangen Erfahrungen und Enttäuschungen lässt sich fragen: Ist der Zug abgefahren, die Bahn zu mächtig, nichts mehr zu machen? Gert Bork, Vorsitzender der Bürgerinitiative „Betuwe - So nicht!", räumt ein, dass die jüngsten Erfahrungen mit der Bahn wieder nicht unbedingt Mut machend sind. Aber außer Resignation kann man daraus auch Kampfeswillen ableiten. „Die nächsten Wochen müssen wir arbeiten“, sagt Bork und erinnert an die Erfahrungen mit anderen Bahnstrecken, bei denen massenhafte Einwendungen durchaus etwas erreicht hätten.

„Jeder kann kommen“, sagt er zu dem Bahn-Termin am Dienstag, der seine Initiative eigene Veranstaltungen folgen lassen wird. Es sei gut, die Informationen der Bahn zu haben und die Gelegenheit zu nutzen, Fragen zu stellen. „Die sagen nichts Falsches, aber die sagen nicht alles“, weiß er aus anderen ähnlichen Sitzungen. Auf Einzelsituationen werde die Bahn nicht eingehen. Aber das Gesamtvorhaben werde deutlich werden und die Herangehensweise des Betreibers. Beides wichtige Grundlagen für die Einsicht der vom 4. November bis 3. Dezember ausliegenden Pläne und für Einwendungen, die man dazu einreichen kann.

Teils müssten sich Betroffene in Grundstücksfragen sicher einen Anwalt nehmen, was auch mit mehreren gehe, so Bork. Ansonsten könne seine Initiative „aus Sachkenntnis gerne Fragen beantworten“.

 
 

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