Der schönste Markt im Lande

Am Dienstag, 16.07.2013, sitzen die Organisatoren des Bauernmarkt auf Haus RiswickAnna van Bebber und Marianne Bienen (vlnr) auf einer Bank auf Haus Riswick in Kleve Kellen. Der Bauernmarkt wurde gerade zum schšnsten Wochenmarkt in NRW gekŸrt. Foto: Thorsten Lindekamp / WAZ FotoPool
Am Dienstag, 16.07.2013, sitzen die Organisatoren des Bauernmarkt auf Haus RiswickAnna van Bebber und Marianne Bienen (vlnr) auf einer Bank auf Haus Riswick in Kleve Kellen. Der Bauernmarkt wurde gerade zum schšnsten Wochenmarkt in NRW gekŸrt. Foto: Thorsten Lindekamp / WAZ FotoPool
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Der WDR hat den Riswicker Bauernmarkt in Kleve ausgezeichnet. Für diesen tollen Erfolg gibt es viele Gründe

Kleve..  Als die Mitglieder des Riswicker Bauernmarktes Marianne Bienen im Januar zu ihrer Vorsitzenden wählten, hätte die Landwirtin aus Kessel wohl nicht gedacht, dass sie einmal eine so gefragte Interviewpartnerin sein würde. Aber dann kürte der WDR den Wochenmarkt jüngst zum schönsten im ganzen Lande – und seither steht das Telefon bei Marianne Bienen nicht mehr still. Es ist ja auch eine tolle Geschichte, dass ausgerechnet ein kleiner Nachmittagsmarkt mit gerade einmal zehn Ständen, der fast versteckt inmitten der niederrheinischen Felder liegt, die Konkurrenten aus Bonn, Herford, Münster und Düsseldorf ausgestochen hat.

Was also ist das Erfolgsgeheimnis, Frau Bienen?Die 55-Jährige – Gründungsmitglied des Bauernmarktest, der seit 1997 besteht – muss nicht lange überlegen. „Bei uns herrscht einfach eine entspannte Atmosphäre.“ Die Autos, die Hektik, der Alltag – all das ist weit weg hier im Garten des Landwirtschaftszentrums. Bäume säumen die Wege, entlang derer die Stände stehen. Und auf dem Platz vor der urigen Dääl, wo die Landfrauen während des Marktes selbst gebackene Kuchen auftischen, plätschert im Schatten einer riesigen Kastanie das Wasser im Teich.

Kein Wunder, dass die Besucher viel Zeit mitbringen. „Der Einkauf ist bei uns gleichzeitig ein Ausflug“, beschreibt es Anna van Bebber, die beim Landwirtschaftszentrum für den Bauernmarkt zuständig ist. Der Markt, das ist hier noch ein Ort der Kommunikation – zwischen den Besuchern, die nach dem Einkauf ein Kaffekränzchen halten. Und zwischen den Kunden und den Beschickern, die allesamt auch Produzenten sind. „Die Leute fragen mich zum Beispiel, warum die Eier grün sind“, sagt Marianne Bienen, die dann immer erklärt, dass sie von einer Wildhuhnrasse stammen, die nur wenige und nur grüne Eier legt. „Die Kunden sind wegen der vielen Lebensmittelskandale verunsichert. Bei uns wissen sie, woher die Produkte stammen und die Erzeuger nehmen sich Zeit, Fachauskünfte zu geben“, erklärt Anna van Bebber. Die Wahl sei ein toller Erfolg. aber eben auch: „Ein Ansporn mit dem Vertrauen der Kunden weiter sorgsam umzugen.“ Kann Otto-Normalbürger sich einen solchen Einkauf überhaupt leisten? „Ja“, sagt Anne van Bebber. Übers Jahr gesehen seien die Lebensmittel auf dem Bauernmarkt sogar günstiger als im Supermarkt.

 

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