Dem Heubergbad droht die Schließung

Das Heubergbad von oben betrachtet.
Das Heubergbad von oben betrachtet.
Foto: www.blossey.eu
Das machte Stadtwerke- und Bäderchef Franz Michelbrink dem Rat deutlich. Die nächste Überprüfung der Standfestigkeit ist im Mai.

Wesel.  Sechs Millionen Euro für die Sanierung des Heubergbades oder vielleicht sogar bis zu zehn Millionen? Zwei Gutachten haben zwei unterschiedliche Zahlen ergeben, und eine Garantie, dass das Heubergbad für diesen Preis gerettet werden kann, gibt niemand. Das Szenario, dass Stadtwerke-Chef Franz Michelbrink im Rat von dem maroden Hallenbad in bester Citylage zeichnete, sieht düster aus. Statt bislang einmal im Jahr muss die Standsicherheit des Heubergbades nun alle sechs Monate überprüft werden, das nächste Mal im Mai. Da kann es schnell passieren, dass die Tür für immer abgeschlossen wird, ohne dass es in Wesel eine Alternative gibt.

Dabei steht eigentlich schon fest, dass ein Neubau die langfristig sinnvollere Lösung ist. Denn die Schäden am Heubergbad schreiten voran, der Katalog der Sicherheitsmaßnahmen wird immer länger. Um Fördergelder für den Neubau hat die Stadt sich bemüht, bislang vergebens. Förderfähig sei aber ein neues Bad am selben Standort, was Norbert Segerath (Linke) ohnehin für die beste Lösung hält. Das von den meisten geforderte Kombibad am Rhein sei zu weit weg und schlecht zu erreichen.

In den nächsten Monaten wird vom Fachbereich Stadtentwicklung weiter geprüft, ob es die von der Bezirksregierung geforderten Retentionsflächen für das Rheinwasser im Stadtgebiet gibt. Denn dann könnte ein Kombibad auch im Hochwasserbereich möglich sein. Bis das feststehe, müsse man auch nicht diskutieren, sagte Ludger Hovest (SPD). Das sahen einige Ratsherren anders, sie wollten wissen, wie das Schulschwimmen geregelt ist und anderes mehr.

Am Ende hieß es, etwa bis zum Ende des Sommers abzuwarten. Dann soll Klarheit in Sachen Retentionsräume herrschen. Schon eher wird man wissen, ob am Heubergbad zusätzliche Sicherungen nötig sind. Michelbrink spricht jetzt bereits von massiven Abstützungsmaßnahmen an vier Stellen im Keller. Und er gibt zu bedenken, dass ein Neubau vier, wenn nicht sogar fünf Jahre Bauzeit in Anspruch nimmt - inklusive Planung und allem was dazugehört.

Darüber, dass die FDP-Fraktion nichts von dem zweiten Gutachten wusste, beschwerte sich Bernd Reuther erneut. Bürgermeisterin Ulrike Westkamp entgegnete, man sei der Informationspflicht nachgekommen. Und Michelbrink betonte, dass er denen Informationen gebe, die ihn fragten. Das werde er auch weiter so handhaben.

 
 

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