Das Kreishaus wird zum Energieproduzenten

Am seitlichen Eingang des Kreishauses stand der Kran, der das Blockheizkraftwerk an Ort und Stelle hob.            Foto: Markus Weißenfels / WAZ FotoPool
Am seitlichen Eingang des Kreishauses stand der Kran, der das Blockheizkraftwerk an Ort und Stelle hob. Foto: Markus Weißenfels / WAZ FotoPool
Foto: WAZ FotoPool

Wesel.  Ein Blockheizkraftwerk soll in dem Verwaltungsgebäude künftig Wärme und Strom für den Eigenverbrauch liefern. Das Projekt wurde noch mit Mitteln des Konjunkturpaketes II gefördert.

Im Keller des Kreishauses an der Reeser Landstraße wird künftig Energie produziert. Möglich macht dies ein leistungsstarkes Blockheizkraftwerk (BHKW), das am Montagnachmittag angeliefert wurde. Bei einer spektakulären Aktion wurde die vier Tonnen schwere Maschine mit den Ausmaßen eines Übersee-Containers, Modell: „Buderus Loganova EN 140“, per Kran in das Untergeschoss des Verwaltungsgebäudes befördert. Von dort bugsierten es Handwerker in Millimeterarbeit an den späteren Einsatzort. Um Überraschungen auszuschließen, wurde dieser Prozess in den engen Gängen zuvor mit einem Holzmodell geprobt.

In Betrieb genommen werden soll das neue BHKW in rund zwei Wochen, wenn die Montagearbeiten abgeschlossen sind, berichtet Ralf Neuhann vom Heizungsbau-Unternehmen Hans Klingeberg. „Die Installation eines BHKWs in dieser Größe ist auch für uns eine Premiere“, sagt Neuhann, „es ist das modernste seiner Art, das es derzeit auf dem Markt gibt.“

Die Gesamtmaßnahme, informiert der Kreis, schlage mit 350 000 Euro zu Buche. Gefördert wird das Projekt mit Mitteln aus dem Konjunkturpaket II, das Anfang 2009 von der Bundesregierung beschlossen wurde, um die Auswirkungen der weltweiten Finanzkrise abzufedern.

Beim Kreis wird derzeit damit gerechnet, dass sich die Anschaffung der Anlage in spätestens sechs Jahren rentiert haben soll, sagt Andreas Cluse vom Bereich Gebäudemanagement. „Wirtschaftlich wird die Anlage durch ihre hohe Jahreslaufzeit“, berichtet Cluse. Circa 7000 Stunden jährlich soll sie in Betrieb sein und dabei die bestehende Heizungsanlage entlasten. „Die gesamte Abwärme des BHKWs wird zum Heizen und zur Wassererwärmung genutzt“. Zudem wird Strom gewonnen, wenn das BHKW läuft, der dann nicht mehr anderweitig eingekauft werden muss. 75 Prozent des Stroms, den die 650 Beschäftigten im Kreishaus täglich verbrauchen, soll so künftig produziert werden. Falls es Überschüsse gibt, wird die Energie ins Stromnetz eingespeist und entsprechend vergütet.

Ein wichtiger Aspekt sei zudem, dass künftig die CO2-Bilanz des Verwaltungsgebäudes verbessert wird. „Da sehen wir uns in der Vorbildfunktion und wollen mit gutem Beispiel vorangehen“, so Cluse.

 
 

EURE FAVORITEN