Das Aus für die Grundschule Ginderich

Einige Eltern besuchten die Sitzung des Schul- und Sportausschusses.
Einige Eltern besuchten die Sitzung des Schul- und Sportausschusses.
Foto: WAZ Fotopool
Mit Gegenstimmen der CDU sprachen sich die Mitglieder des Schul- und Sportausschusses gestern für eine Auflösung des Teilstandortes zum 31. Juli aus. Das Gebäude wird dann Dependance

Wesel..  Die Gindericher Schule als Teilstandort des Grundschulverbundes Büderich-Ginderich soll aufgelöst werden. In der Sitzung des Schul- und Sportausschusses sprachen sich die Mitglieder am Donnerstag mit Gegenstimmen der CDU für eine Auflösung zum 31. Juli aus.

Das Gindericher Gebäude soll Dependance bis mindestens 2018 werden. Die Kinder, die derzeit die Schule in Ginderich besuchen, können auch weiterhin dort unterrichtet werden. Zukünftige Erstklässler werden direkt in Büderich eingeschult. Die Stadt als Schulträger wird für einen Transport von Ginderich nach Büderich und zurück sorgen.

Die Diskussion war emotional. Es sei doch legitim, eine Grundschule in einem Dorf erhalten zu wollen, entgegnete Franz Bothen auf den Vorwurf einer Gindericher Mutter, die Politik würde über den Willen der Eltern hinweg diskutieren. Dezernent Dirk Haarmann las das Schreiben der Mutter vor (siehe Text unten). „Eltern, die ihre Kinder jetzt in Büderich statt in Ginderich angemeldet haben, werden sich wundern, wenn in den nächsten Jahren auch der Lebensmittelladen und Sportverein aus Ginderich verschwinden würden. Auch ohne Grundschulstandort sei ein lebendiger Ortsteil möglich, sagte Jan Matschke von den Jusos, der als sachkundiger Bürger im Ausschuss sitzt. Er und auch Ruth Freßmann (SPD) verwiesen auf Lackhausen.

Der Gindericher Schulpflegschaftsvorsitzende Jens Krebber appellierte an die Politiker, noch einmal zu überdenken, ob tatsächlich alle Möglichkeiten ausgeschöpft wurden, um die Schule zu erhalten. Genau das sei geschehen, sagte Schulleiter Karl-Wilhelm Schweden. Er habe schon in den vergangenen Jahren immer wieder „hingebogen“, dass es genügend Anmeldungen gab. Nun sei das schlicht nicht mehr möglich. Zwölf Anmeldungen gibt es für Ginderich - zu wenige, um eine eigene Eingangsklasse zu bilden, und auch zu wenige, um jahrgangsübergreifenden Unterricht anzubieten, gegen den sich auch Eltern und Lehrer ohnehin ausgesprochen hatten. „Wir haben keine Wahl“, machte Dirk Haarmann. Die Stadt als Schulträger könne nur den Auflösungsbeschluss vorschlagen, sonst werde die Schulaufsichtsbehörde einschreiten.

 
 

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