Damit die Integration gelingt

Ulla Paul und Hans Jürgen Kraayvanger von „Mehrhoog hilft“. In Arbeitsgruppen engagieren sich die Helfer für die Flüchtlinge.
Ulla Paul und Hans Jürgen Kraayvanger von „Mehrhoog hilft“. In Arbeitsgruppen engagieren sich die Helfer für die Flüchtlinge.
Foto: FUNKE Foto Services
„Mehrhoog hilft“ setzt sich mit klaren Strukturen für die Menschen in der Hogenbuschhalle ein.

Hamminkeln.  Mit Laken und Bettwäsche haben sie sich inmitten der Hochbettreihen ihr eigenes Refugium geschaffen. Eine kleine geschützte Insel. Mehr als 160 Menschen, Familien wie Alleinreisende, sind derzeit in der Hogenbuschhalle untergebracht. Insgesamt seien 180 Betten in der Halle aufgestellt, sagt Ulla Paul von der Initiative „Mehrhoog hilft“, die sich seit ihrer Gründung am 21. Oktober nun eine Struktur gegeben hat, um die Frauen, Männer und Kinder zu unterstützen. Gestern stellten Ulla Paul und Hans-Jürgen Kraayvanger die Initiative offiziell vor.

Mehr als 120 Helfer setzen sich in einer von insgesamt fünf Arbeitsgruppen ein: Gesamtkoordination, Hogenbuschhalle, Deutschunterricht, Begleitung und Kleiderkammer. Sie kümmern sich um die Öffentlichkeitsarbeit, betreuen die neue und jetzt gestartete Internetseite www.mehrhooghilft.de, sind Ansprechpartner in der Halle, unterstützen bei Arztbesuchen, geben Deutschunterricht, organisieren Sportangebote und Ausflüge oder engagieren sich in der Kleiderkammer. Man sehe sich als einen Teil der Flüchtlingshilfe Hamminkeln und stehe im engen Kontakt zueinander, genauso wie mit der Stadtverwaltung, so Ulla Paul.

Hier gibt es mehr aus Wesel, Hamminkeln und SchermbeckDies sei besonders am Anfang wichtig gewesen, als man noch nicht gewusst habe, wie man die Betreuung von Menschen in einer Turnhalle stemmen solle. Mit der Unterbringung so vieler Menschen in einem einzigen und vor allem auf engstem Raum nehme man in Hamminkeln ja eine Pionierrolle ein. „Und eine Checkliste, was man dabei beachten muss, finden Sie dazu auch nicht im Internet.“

Die nun stringente Struktur mit konkreten Ansprechpartnern für jede einzelne Arbeitsgruppe und jeden untergeordneten Bereich soll eine bestmögliche Übersicht auch für neue Helfer bieten. Denn die werden weiterhin händeringend gesucht. Schließlich sei nicht davon auszugehen, dass die Aufgaben zur Integration in den kommenden Monaten geringer würden, so Ulla Paul weiter. „Es geht darum, die Zukunft unseres Ortsteils mitzugestalten“, sagt die Koordinatorin deutlich. Schließlich sei ein Ende des Flüchtlingsstroms nicht abzusehen „und es ist in unser aller Interesse, dass die Integration gelingt“. Darum sei die Mithilfe sinnvoll. Und zwar für alle. Auch viele der Menschen, die derzeit in der Hogenbuschhalle leben, helfen laut Ulla Paul mit und bringen sich ein. „Helfer werden immer gesucht, genauso wie Ideen“, sagt Paul weiter. Zum Beispiel für den Montag. Während die anderen Tage mit Sport- und Spielangeboten durchgeplant seien, fehle gerade am Wochenanfang noch ein geeignetes Angebot.

Um sich vorzustellen, lädt „Mehrhoog hilft“ am 28. November von 15 bis 18 Uhr zum Tag der offenen Tür in der Kleiderkammer im Keller des Feuerwehrgerätehauses ein. Außerdem sucht die Kleiderkammer Herrenbekleidung in den Größen S und M sowie Koffer, Reisetaschen, Schwangerschaftsbekleidung und Winterschuhe. Mehr auf www.mehrhooghilft.de

 
 

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