"Cold Water Challenge" - Ärger um Internet-Spaß der Feuerwehr

Mit aufblasbarer Palme ging es für die Mitglieder des Löschzuges Schermbeck in den Kanal.
Mit aufblasbarer Palme ging es für die Mitglieder des Löschzuges Schermbeck in den Kanal.
Foto: NRZ
Im Internet löst ein Wettbewerb für Feuerwehren wahre Kettenreaktionen aus. So manche Feuerwehr hat’s bei der „Cold Water Challenge“ schon kalt erwischt. Die Bilder, die mal albern, mal witzig, mal skurril anmuten, stoßen manchem übel auf. Kritiker sehen darin einen Imageschaden für die Feuerwehr.

Schermbeck/Hünxe/Hamminkeln. Für die einen ist es einfach nur Spaß, für die anderen bitterböser Ernst: Die so genannte „Cold Water Challenge“, eine Art Kaltwasser-Wettkampf, sorgt bei den Feuerwehren im ganzen Land für Aufruhr. Die Schermbecker Feuerwehr hat’s sich bereits getraut, die Hünxer lehnen dankend ab und in Brünen bereitet der Löschzug „eine Antwort vor“, wie es hier heißt. Und in Dorsten hat die Feuerwehr wegen der Challenge nun Ärger mit der Stadt.

Die „Cold Water Challenge“ ist im Internet geboren und funktioniert wie eine Art Kettenbrief. Eine Feuerwehr stellt sich der Kaltwasser-Herausforderung, macht so viele Wehrleute in kurzer Zeit nass, filmt das und stellt dieses Filmchen ins Internet.

Das alles innerhalb von 24 Stunden. Noch in dem Film werden weitere Löschzüge nominiert, die ihrerseits wieder reagieren müssen. Stellen sie sich der Herausforderung nicht, müssen sie – so lautet die Regel – den Herausforderer-Löschzug zum Grillen einladen.

"Es darf durchaus gezeigt werden, dass das Ehrenamt Spaß macht"

Die Schermbecker Löschzüge – Schermbeck, Altschermbeck und Gahlen – stellten sich der Herausforderung, sprangen mit aufblasbaren Gummiringen und einer Palme in den Kanal. Ein Feuerwehrmann soll gar in einem rosa Badeanzug gesichtet worden sein... Die Bilder, die mal albern, mal witzig, mal skurril anmuten, stoßen manchem übel auf. Kritiker sehen darin einen Imageschaden für die Feuerwehr. Und so mancher mag sich fragen, ob die Feuerwehr nichts besseres zu tun hat.

Andere sehen darin eine gelungene Marketingkampagne, um zu zeigen, dass die Feuerwehrmänner und -frauen auch Spaß haben können und dass man sich hier wohlfühlen kann. „Wir zeigen nichts Diskriminierendes und nichts Schädigendes“, sagt Martin Schulze, Sprecher der Schermbecker Feuerwehr. Er findet diese Aktion „sehr witzig“. „Es darf durchaus gezeigt werden, dass das Ehrenamt Spaß macht“, sagt er. Die Arbeit bei der Freiwilligen Feuerwehr sei eh schon ernst genug, wenn es um Menschenrettung oder Totenbergung gehe, ergänzt er.

Stadt Dorsten ließ Videos aus Internet löschen

In Dorsten kam die Teilnahme der Freiwilligen Feuerwehr nicht gut an. Die Stadt ließ die Videos aus dem Internet löschen. Die Stadt Dorsten gibt sich zudem etwas zerknirscht, weil sie nicht eingebunden worden ist. Außerdem gebe es versicherungsrechtliche Bedenken: Wäre den Feuerwehrleuten bei der Aktion etwas passiert, wäre die Versicherung nicht für den Schaden aufgekommen.

Das ist auch der Grund, warum die Hünxer ihre jüngste Nominierung ablehnen, wie der Sprecher der Feuerwehr Hünxe am Mittwoch auf NRZ-Anfrage erklärte. Die Brüner sind übrigens doppelt nominiert worden – vom Löschzug Schermbeck und von ihrer Partner-Feuerwehr im hessischen Klein-Umstadt.

 
 

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