CDU: Elternbefragung ist bindend

Hamminkeln..  „Wir haben immer gesagt, der Elternwille ist unser Maßstab und er ist bindend“, betonte Norbert Neß, Vorsitzender des CDU-Stadtverbandes Hamminkeln, vor 42 Mitgliedern seiner Partei.

Die Eltern hätten sich bei der Befragung zu einer künftigen Gesamtschule klar positioniert. 70 Prozent seien für diese Schulform - ein eindeutiges Signal. Allerdings gestand Neß zu Beginn der Jahreshauptversammlung in Ringenberg auch ein, dass die Gesamtschule für viele in der CDU kein Herzensthema sei.

Der Vorsitzende des Stadtverbandes zeigte sich überzeugt, dass es „auch ein wenig an der CDU lag“, dass das Thema Schulentwicklung in aller Munde sei. Um das Beste für die Zukunft der Kinder zu erreichen, dürfe man auch unterschiedlicher Meinung sein, versicherte Norbert Neß. Zur Elternbefragung stellte er weiter fest, dass die Entscheidung über die Schulzukunft der Kinder „nicht in die Hände der Großväter im Rat, sondern in die Hände der Eltern“ gehöre. Für ihn sei die Gesamtschule nie eine ideologische Frage gewesen.

Gleichwohl gebe es nach dem Ergebnis der Elternbefragung noch vieles zu klären. Wie verbindlich sei das vorgestellte Konzept für die neue Schule? Wie sei die Sicherung des Schulstandortes Dingden zu erreichen oder wie könne man die neue Gesamtschule zur besten in der Region machen? Alle diese Fragen dürften nun nicht in einer Art Kollektivrausch weggebügelt werden. „Die Schule darf später nicht als Gemischtwarenladen daherkommen“, meinte Norbert Neß.

Es gebe nur wenige Punkte, bei denen er anderer Auffassung sei als die CDU, reagierte Bürgermeister Holger Schlierf auf Meinungsäußerungen in den vergangenen Tagen. „Das kleine gallische Dorf zu spielen“ habe er beim Blick auf die Veränderung des Schulsystems für zu gefährlich gehalten. Dass die CDU einen klaren Hinweis auf eine Schulform habe vermissen lassen, habe auch ihn irritiert. Mit Blick auf die neu zu gründende Gesamtschule sagte der Bürgermeister: „Es liegt an uns, es genau so zu machen, wie wir es bei unseren anderen Schulen gemacht haben. Die Bezirksregierung muss in die Pflicht genommen werden, ihre Versprechen einzulösen.“ Er sehe es als seine Aufgabe an, für die Mitarbeit beim Aufbau der Schule zu werben, sprach Schlierf die größte Ratsfraktion direkt an. Zu Dingden stellte er klar, dass „wir den Standort auf jeden Fall brauchen“.

„Die Schulpolitik der CDU nach dem Schulfrieden“ hatte Gastrednerin Petra Vogt, schulpolitische Sprecherin der CDU-Landtagsfraktion, zu ihrem Thema gemacht. Der Schulkonsens im vergangenen Jahr habe es erst ermöglicht, vor Ort das beste Angebot aus einer großen Vielfalt auszuwählen. Eine Einschätzung, der Holger Schlierf widersprach. „Wie viele tolle Möglichkeiten hätten wir denn noch gehabt?“ Auch der Ratschlag der Düsseldorfer Schulexpertin, bei der Bildung einer gymnasialen Oberstufen Vorsicht walten zu lassen und keinen Kannibalismus zu betreiben, kam beim Bürgermeister nicht so gut an. Hamminkeln habe sehr wohl das Potenzial, eine Oberstufe zu bilden und habe in dieser Sache bereits die Absprache mit den Nachbarkommunen gesucht, versicherte er der Gastrednerin.

 
 

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