CDU beklagt zu viele Einbrüche

Hamminkeln.  Wenn es in den Spätherbst- oder Wintertagen abends schnell dunkel wird, ist das für Einbrecher ideal – diese Straftaten haben dann Hochsaison. Der CDU-Stadtverband Hamminkeln lud am Montagabend passend zum Thema „Innere Sicherheit“, das unweigerlich damit zu tun hat, Parteimitglieder und interessierte Bürger in den Gasthof Majert. Titel des Informationsabends: „Tatort Niederrhein“. Es referierten Charlotte Quik, die für den Wahlkreis Wesel 3 (Hamminkeln, Hünxe, Schermbeck, Voerde und Wesel) in den Landtag einziehen möchte, sowie ihr Parteikollege und Innenexperte Gregor Golland, der im Landtag sitzt.

Charlotte Quik machte gleich zu Beginn ihres Vortrages klar, dass man es mit „einem der beherrschenden landespolitischen Themen“ zu tun habe. Sicherheit im Allgemeinen sei „ganz nah an uns dran“. Hier, im ländlichen Raum, gebe es diverse Einbruchsdiebstähle zu verzeichnen – ob auf landwirtschaftlichen Betrieben, in Privathaushalten oder in Gaststätten. Wird in Wohnhäuser eingebrochen, so sei der Schaden weniger materiell. Vielmehr hätten die Betroffenen das Gefühl, „da war jemand an meinen Sachen“. Das wiederum erzeuge Unbehagen. Quik betont: „Die Rahmenbedingen stimmen nicht“. Sie äußerte Kritik an der derzeitigen Landesregierung und konstatierte, die Innere Sicherheit laufe unter SPD und Grünen „mehr als schief“.

Zu wenig Fälle aufgeklärt

Gregor Golland referierte unter dem Slogan „Mehr Sicherheit durch mehr Polizei“. Er brachte dem Publikum Zahlenmaterial mit: Das „Hellfeld“ zeige sechs Millionen Straftaten, die im letzten Jahr in ganz Deutschland erfasst worden seien; die „Dunkelziffer“ sei hingegen höher. Ein Viertel dieser Straftaten ereignet sich in NRW. Ein Problem an dieser Stelle sieht Golland hinsichtlich der „konstant niedrigen Aufklärungsquote“. Diese sei „permanent unter 50 Prozent“. Ganz anders das Bild in Bayern: Dort betrage die Quote etwa 73 Prozent, in Niedersachsen tendiere sie um 60 Prozent. Außerdem habe man in Nordrhein-Westfalen ein sechsmal höheres Risiko, Opfer eines Wohnungseinbruchs zu werden als in Bayern. Golland sprach von „strukturellen Gründen“, warum das Land hier hinterherhinke. „Es fehlt Personal“, erklärte der Brühler. Mindestens 2000 Beamte, wenn nicht mehr, schlägt er vor. In einem Lösungskatalog benennt er nötiges Handeln. Verbesserte Polizeiausbildung sei nur ein entscheidender Aspekt. Zudem plädiert er für eine spezialisierte Ausbildung bei der Kriminalpolizei. Ebenso sieht Golland vor, dass Streifenwagen – wie in den USA – mit Laptops oder Tablets ausgestattet werden. Gut angelegtes Geld, wenn es nach ihm geht. Damit sollen Abfragen in Zeiten der Digitalisierung leichter gelingen.

Ferner fordert der Christdemokrat die Einführung eines Digitalfunks in Rettungswagen. Schutzwesten, Helme mit Titanlegierungen und Bodycams stehen auch auf seiner Liste. Deutliche Worte findet er spätestens beim Verhalten der Politik mit den Polizisten: „Die Beamten müssen politische Rückendeckung erhalten“.

Auch machte er darauf aufmerksam, dass Einbrüche, wie es sie in letzter Zeit häufig gab, mit einem „Verlust von Intimsphäre und Vertrauen“ einhergehen. Gerade für Frauen, Ältere und Alleinstehende ein großes Problem. „Man darf das nicht auf die leichte Schulter nehmen“, so der CDU-Politiker.

 
 

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