Blick in die alte Heimat

Trachten mit Tradition: Am Samstag waren sie im Parkettsaal der Niederrheinhalle zu sehen.
Trachten mit Tradition: Am Samstag waren sie im Parkettsaal der Niederrheinhalle zu sehen.
Foto: WAZ FotoPool
60 Jahre Landsmannschaft Ostpreußen-Westpreußen Kreis Wesel wurden am Samstag in Wesel gefeiert. Außerdem gab es die 25. Preußische Tafelrunde mit Königsberger Klopsen. Kultur- und Heimatarbeit steht im Mittelpunkt des Zusammenschlusses.

Wesel.  Die Farben Preußens schmückten den Parkettsaal der Niederrheinhalle, als am Samstag die Weseler Kreisgruppe der Landsmannschaft Ostpreußen - Westpreußen ihr 60-jähriges Bestehen feierte, zeitgleich mit der 25. Preußischen Tafelrunde. Bei Musik und Königsberger Klopsen erinnerten sich die Vertriebenen und ihre Nachkommen an die alte Heimat. Viele waren in landestypischen preußischen Trachten erschienen.

In seiner Festrede betonte Paul Sobotta, erster Vorsitzender der Landsmannschaft, wie wichtig es sei, das preußische Schicksal nicht in Vergessenheit geraten zu lassen. Dafür setze sich die Landsmannschaft nun seit 60 Jahren ein und leiste Kultur- und Heimatarbeit. Gleich darauf leistete er spannende Aufklärungsarbeit und erläuterte die Bedeutung und Symbolik der beiden preußischen Flaggen und der Wappen der Landsmannschaft.

Zuvor begrüßte der Vorsitzende viele Ehrengäste, darunter auch Bürgermeisterin Ulrike Westkamp. Diese erinnerte daran, dass fast zwölf Millionen Menschen ihre Heimat wegen des Zweiten Weltkrieges verlassen mussten. „Damals war jeder Fünfte ein Flüchtling“, sagte die Bürgermeisterin. In Wesel und Umgebung fanden viele dieser Flüchtlinge ein neues Zuhause, doch die alte Heimat konnten sie nicht vergessen.

Dennoch hegen die Vertriebenen keinen Groll gegen die Menschen, die heute dort leben. „Wir leben in der Hoffnung darauf, dass alle Völker sich versöhnen“, sagte die zweite Vorsitzende Irma Laukmichel. Die Landsmannschaften pflegen viele freundschaftliche Partnerschaften mit Vereinen im heutigen Polen.

Bestätigen wollte dies auch Gisela Stelzer vom Bund der Vertriebenen. Die gebürtige Rheinländerin hat durch ihren Mann Hartmut die enge Verbundenheit der Preußen zu ihrer Heimat kennengelernt. „Ein Preuße liebt seine Wurzeln, daher wiegt der Verlust der Heimat schwer“, sagte sie.

Friedrich der Große

Für die preußisch-musikalische Begleitung sorgten das Blasorchester der Friedenskirche unter Leitung von Johann-Friedrich Bossow und Brigitte Tünker, die an der Querflöte Kompositionen von Friedrich dem Großen spielte.

 
 

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