Bewährungsstrafe für 20-jährigen Mann aus Wesel nach sexuellem Kindesmissbrauch

Vor dem Schöffengericht musste sich jetzt ein 20-Jähriger verantworten: Vorgeworfen wurde ihm sexueller Missbrauch von Kindern - Er bekam zwei Jahre auf Bewährung.
Vor dem Schöffengericht musste sich jetzt ein 20-Jähriger verantworten: Vorgeworfen wurde ihm sexueller Missbrauch von Kindern - Er bekam zwei Jahre auf Bewährung.
Foto: NRZ
Der Täter nutzte die Hilflosigkeit seines Opfers aus, als er den heute 13-jährigen Jungen in etwa 50 Fällen unsittlich berührt hatte. Der Mann musste sich jetzt in Wesel vor Gericht verantworten. An seiner Schuld hatte der Richter keine Zweifel - und verurteilte ihn zu einer Bewährungsstrafe.

Wesel. Erst im Gerichtssaal schien Andreas T. (alle Namen geändert) zu begreifen, dass er etwas Falsches getan hat. „Er war doch einverstanden“, beteuerte der 20-Jährige noch anfangs und meinte damit den heute 13-jährigen Daniel. Von Juli 2012 bis Februar 2013 traf T. sich regelmäßig mit dem Jungen, etwa 50 Mal fasste er ihm dabei in den Schritt, berührte ihn und vollzog masturbierende Bewegungen. Dafür musste sich Andreas T. vor dem Schöffengericht wegen sexuellen Missbrauchs von Kindern verantworten.

Schon seit seiner Kindheit ist T. ein Außenseiter. Er besuchte vier verschiedene Grundschulen, immer wieder kam es zu Konflikten mit Mitschülern oder Lehrern. Bei dem Weseler wurde eine Hochbegabung festgestellt, zeitweise wurde er mit Medikamenten gegen ADHS behandelt. Zu seinen Eltern hat der 20-Jährige nicht das beste Verhältnis, in einer Hilfsorganisation fand er Halt. Seit zehn Jahren war Andreas T. dort aktiv, half auch als Betreuer der Jugendgruppe aus. Dort lernte T. auch Daniel kennen. Die ihm vorgeworfenen Vorfälle räumte er ein. Sie seien aber in gegenseitigem Einverständnis passiert.

Andreas T. beteuerte, wie leid es ihm tue

Auch wenn Andreas T. den Eindruck gehabt habe, habe Daniel diese Kontakte definitiv nicht gewollt, betonte die Anwältin der Familie. „Er ist ein Kind und war mit der Situation völlig überfordert.“ Die Vorfälle und auch die Verhandlung belasten den 13-Jährigen sehr, so die Anwältin weiter. „Er braucht therapeutische Hilfe.“ Das sei ihm nicht bewusst gewesen, sagte Andreas T. und beteuerte zum Abschluss der Verhandlung, wie leid es ihm tue, dass Daniel so unter der Situation leiden müsse.

An der Schuld des 20-Jährigen hatte das Gericht keine Zweifel. Dabei sei es unerheblich, wie Daniel zu den sexuellen Kontakten gestanden habe, betonte der Richter. Aufgrund seiner Unreife wurde T. nach dem Jugendstrafrecht verurteilt und schuldig gesprochen, allerdings auf Bewährung.

Der 20-Jährige muss sich einer Therapie unterziehen

Wenn er sich in den nächsten zwei Jahren etwas zu Schulden kommen lasse, werde neu verhandelt, erklärte der Richter. „Und ob es dann noch auf eine Bewährungsstrafe hinausläuft, weiß man nicht“. Zudem muss der 20-Jährige sich einer Therapie unterziehen, in der Hilfsorganisation wurde er von allen Tätigkeiten suspendiert.

 
 

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