Betreuung für die Kleinsten in der Mühle

Sabine und Patrick Neuenhoff mit der sechsmonatigen Maja schauten sich schon einmal auf der Baustelle der Mühle Wefelnberg um.
Sabine und Patrick Neuenhoff mit der sechsmonatigen Maja schauten sich schon einmal auf der Baustelle der Mühle Wefelnberg um.
Foto: WAZ FotoPool

Hamminkeln..  „Eiskalt hier“, urteilten die Mädchen und Jungen des Mühlenbergtreffs, als sie die Baustelle in der Mühle Wefelnberg betraten, um der zukünftigen Dependance ihres Kindergartens schon mal einen kleinen Besuch abzustatten.

Bis im Februar die ersten Kleinkinder hier betreut werden, ist es garantiert schön warm und gemütlich, versprachen Karl-Hermann Hecheltjen, Geschäftsführer des Kindergartenvereins Brünen, und Tim Heymann, Eigentümer der Mühle und künftiger Vermieter für die dritte Gruppe der Mühlenbergkinder, in der ausschließlich Kinder unter drei Jahren versorgt werden.

Die Kleinen sind unter sich

Die Verantwortlichen der Kindertagesstätte haben sich ganz bewusst dafür entschieden, eine separate Gruppe für die Kleinsten in den Räumen der ehemaligen Mühle einzurichten und nicht ein altersgemischtes Angebot zu machen. „Es wird eine innige Bindung an das Haupthaus mit vielen Besuchen geben. Wir glauben, das ist das richtige Konzept, das auch einen Vorzeigecharakter entwickeln könnte“, ist Geschäftsführer Karl-Hermann Hecheltjen überzeugt. Die Leitung der Gruppe übernimmt Tanja Schneider, die durch zwei weitere Erzieherinnen in der Arbeit unterstützt wird.

Umfangreiche Sanierung

Der 37-jährige Unternehmer Tim Heymann und der Geschäftsführer des Kindergartenvereins berichteten über das gemeinsame Projekt. „Die Idee, in der alten Mühle eine Kindergartengruppe unterzubringen, hatte Charme, doch ich konnte mir nicht vorstellen, wie man das realisieren konnte“, gab Heymann zu. Dass es nun, trotz zahlloser Unwägbarkeiten funktioniert habe, sei um so schöner. „Wir mussten handeln, sonst wäre die Mühle nur noch ein Fall für die Abrissbirne gewesen.“ Stattdessen fiel der Startschuss für eine umfangreiche Sanierung: Außenfassade, neue Dächer und auch die Eichenbalken im Turm mussten von Grund auf erneuert werden. Und das alles unter Einhaltung aller energetischen und brandschutztechnischen Vorschriften. Der Enkel des letzten Mühlenbesitzers Jochen Erdmann betonte, dass es ihm bei der Planung geholfen habe, dass das Gebäude unter Denkmalschutz gestellt werden konnte. „Eigentlich wird ja immer gesagt, dass einem der Denkmalschutz viele Fesseln anlegt, doch wir sind gut damit zurechtgekommen.“ Die 1859 errichtete Mühle ist seit 1896 in Familienbesitz, als Gerhard Wefelnberg, Müller aus Hünxe, das Gebäude kaufte. Nach einem Sturmschaden 1936 wurden die Flügel demontiert.

Ein traumhafter Zinssatz, eine Förderung durch die Leader-Region, Steuervorteile durch den Denkmalschutz und der langfristige Mietvertrag mit dem Kindergartenverein – das alles sorge dafür, dass er mit dem Projekt finanziell im „grünen Bereich“ liege, erklärte Heymann, der Geschäftsführer der Heymann Untertagetechnik und Inhaber einer Computerfirma ist. Mit rund 400 000 Euro beziffert er seine Investition – und lobt gemeinsam mit Karl-Hermann Hecheltjen das Engagement der Weseler Verbands-Sparkasse bei diesem Projekt.

Eltern können sich melden

Wenn Gruppenraum, Ruhe- und Schlafraum, Sanitär- und Wickelbereich und die Räume für die Erzieherinnen, insgesamt eine Fläche von 120 Quadratmeter, fertig sind, geht es mit der Sanierung des Mühlenturms weiter. Hier möchte Tim Heymann dann sein Büro einrichten und Teile des jetzigen Bürogebäudes vermieten.

Der Umbau des Mühlengebäudes geht zwar dem Ende entgegen, doch für den Kindergartenverein gibt es noch offene Finanzierungsfragen. Geschäftsführer Karl-Hermann Hecheltjen erneuerte seine Kritik an den Rahmenbedingungen: „Es wird zu viel in Beton investiert.“ Knapp 40 000 Euro muss der Verein für die Ausstattung aufbringen. Der Kreis Wesel hat zwar angekündigt, dass Mittel zur Verfügung gestellt werden, sobald der Bund Geld an den Kreis zahlt; wann das sein wird und wie viel, bleibt aber offen. Politische Rückendeckung für sein Ansinnen habe er nicht bekommen. Besonders geärgert hat den Brüner, dass Landtagsabgeordneter Norbert Meesters, der sich auf seiner Internetseite als Kümmerer bezeichne, sehr zurückhaltend geblieben sei, so Hecheltjen.

Eltern aus Brünen und Umgebung, die sich für die U 3-Betreuung interessieren, können sich bei der Kita melden: 02856/1388 oder 3333. Zehn Plätze stehen zur Verfügung.

 
 

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