Bahn will Rampe verändern

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Wesel. Mit Unverständnis reagierte der Weseler Arbeitskreis Bahn auf die Nachricht aus dem Betuwe-Projektbeirat in Berlin, dass der Bund am Schienenbonus festhalten will.

Hamminkelns Bürgermeister Holger Schlierf als Sprecher für die Anrainer-Kommunen sowie die Bürgerinitiativen der Region hatten zuletzt vehement die Abschaffung gefordert.

Der Schienenbonus erlaubt der Bahn, bei ihren Bauvorhaben mit zusätzlichen fünf Dezibel deutlich mehr Lärm zu verursachen, als dies etwa bei Straßenbauvorhaben möglich ist.

Arbeitsgruppe informierte sich

Derzeit steht zwar noch nicht fest, wann das Planfeststellungsverfahren für den Bau des dritten Gleises in Wesel beginnt, berichtete Bürgermeisterin Ulrike Westkamp dem Arbeitskreis, der aus Vertretern von Politik, Bürgerinitiativen und Verwaltung besteht. Konkretisiert wurde aber von der Bahn, dass der Bau eines zusätzlichen Ausweichgleises im Bahnhofsbereich Folgen für die behindertengerechte Rampe haben kann. Von der Bahn sei geplant, diese auf der Stadtseite (Westen) anders anzulegen, um das Überholgleis im Bahnhofsbereich bauen zu können. Die Barrierefreiheit für Bahnkunden soll jedoch gewahrt werden.

Um eventuelle finanziell negative Folgen für die Stadt auszuschließen, hat die Stadt bereits vor Jahren gegenüber der Bahn vorsorglich Schadenersatz angemeldet. „Wir haben viel Geld in diese Rampen investiert, um sie auch städtebaulich gut zu integrieren. Dazu haben wir Zuschüsse bekommen, die eine Bindungsfrist von 20 Jahren haben“, erläuterte die Bürgermeisterin den Hinweis auf möglichen Schadenersatz.

Beim Thema Brand- und Katastrophenschutz werden die Feuerwehren entlang der Strecke nun in einer von der Bezirksregierung Düsseldorf geleiteten Arbeitsgruppe unterstützt.

Wertvolle Informationen für die anstehenden Planfeststellungsverfahren hatte sich die Stadt in Norddeutschland geholt. Die Gemeinde in der Nähe von Hamburg war dort auch von einem Bauvorhaben der Bahn betroffen. An dem von der Verwaltung organisierten Informationsbesuch, an dem auch Mitglieder von Bürgerinitiativen aus Wesel, Emmerich, Voerde und Dinslaken teilnahmen, konnten sich die Teilnehmer vor Ort einen Eindruck von den Dimensionen der Schallschutzwände machen. Die in einigen Bereichen bis zu 6,50 Meter hoch sind. Der Weseler Arbeitskreis erneuerte seine Forderung nach einer optisch verträglichen Gestaltung der Lärmschutzwände. „Wir haben außerdem wertvolle rechtliche Hinweise zum Verfahren bekommen.“

 
 

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