Auf der Suche nach neuen Impulsen

Von Gabi Schultze

Hamminkeln.  Abschiede haben oft etwas Trauriges, sind verbunden mit Tränen und Schmerz. Nicht so bei dem Abschied, der Claudia Konnert nun bevorsteht.

Die 41-Jährige war gut neun Jahre lang Pfarrerin der evangelischen Kirchengemeinde Brünen. In wenigen Tagen verlässt sie das Dorf, um in Jülich eine neue Stelle anzutreten. „Das ist ein Abschied zum richtigen Zeitpunkt und ohne böse Vorgeschichte“, sagt Claudia Konnert. „Ich hoffe sehr, dass mir die Brüner meinen Weggang nicht übel nehmen und am kommenden Sonntag gemeinsam mit mir feiern werden.“

Die Pfarrerin geht nur aus einem Grund: Sie sucht eine neue persönliche Herausforderung. „Ich predige immer wieder von der Bereitschaft zu Veränderungen und davon, wie wichtig es ist, im Leben in Bewegung zu bleiben.“ Nun habe sie an sich selbst beobachtet, dass sie nach fast einem Jahrzehnt in Brünen selbst zum Stillstand gekommen sei. „Klar haben sich jetzt hier alle an mich und meine Art gewöhnt. Ich bin fest integriert und könnte bequem so weiter machen. Aber ich sehne mich nach neuen Reizen, neuen Impulsen.“

Zenit erreicht

Es sei für sie ein „Zenit“ erreicht, sagt Claudia Konnert. Zwar seien längst nicht alle Projekte abgeschlossen, wie etwa die Orgelfrage. „Aber ich habe das Gefühl, ich hinterlasse ein bestelltes Haus.“ Gemeinsam mit den Mitgliedern ihrer Gemeinde habe sie während der vergangenen neun Jahre vieles erreicht, wie etwa den Aufbau eines Jugendchores oder gut besuchte Kindergottesdienste, an deren Planung und Ablauf zahlreiche Ehrenamtliche beteiligt seien. Die Sanierung des Gemeindehauses betrachtete Claudia Konnert ebenfalls als großen Meilenstein für die Brüner Kirchengemeinde.

Sie werde stets mit einem guten Gefühl und vielen positiven Eindrücken an ihre Zeit in Brünen zurückdenken, ist die 41-Jährige überzeugt. „Ich habe hier definitiv das gefunden, was ich gesucht habe“.

2003 kam Claudia Konnert an den Niederrhein, nachdem sie zuvor sechs Jahre lang gemeinsam mit sechs anderen Pfarrern in einer Düsseldorfer Großgemeinde tätig gewesen war. „Ich habe mir gewünscht, mal allein die Verantwortung zu tragen“, erinnert sich Konnert. Von den Brünern sei sie herzlich aufgenommen worden. Anders als in der Großstadt seien die Menschen auf dem Dorf naturgemäß offener, das Miteinander vertrauter und familiärer. „Die Menschen hier öffnen sofort ihre Türen, der Pfarrer oder die Pfarrerin wird quasi überall erwartet.“

Kritikfreudig seien die Mitglieder der Gemeinde aber ebenfalls. „Wenn ihnen was nicht passt, sagen sie das auch.“ Das finde sie gut, betont die Pfarrerin. Das Miteinander im Presbyterium werde sie ebenfalls in guter Erinnerung behalten., sagt Claudia Konnert. „Das ist eine sehr geschlossene Gruppe, in der ich mich als Pfarrerin geborgen fühlen konnte.“

Claudia Konnert wird am Sonntag, 18. November, um 14 Uhr in der Brüner Kirche offiziell verabschiedet. Anschließend ist ein offener Empfang in der Gaststätte Majert-Tinnefeld. Danach ist die Pfarrerin noch bis Sonntag, 25. November, im Amt, bevor sie ihre Tätigkeit in Brünen endgültig beendet und nach Jülich zieht.