Atemlos durch die Schermbecker Nacht

Michael Matern gab die Helene Fischer – atemlos.
Michael Matern gab die Helene Fischer – atemlos.
Foto: FUNKE Foto Services
Beim Karneval des MGV Eintracht mimte Michael Matern mit langen blonden Haaren Helene Fischer. Wie gehabt setzten die Herren beim Programm ganz auf die eigenen Reihen, mit kleinen Ausnahmen.

Schermbeck..  „Brasilien war atemlos, in Schermbeck ist die Hölle los“, mit diesem Motto feierte der MGV Eintracht am Freitag- und am Samstagabend seinen Traditionskarneval im Begegnungszentrum des Rathauses.

Nur: Auch wenn der erste Abend meist schwächer besucht ist als der oft ausverkaufte zweite (eine Erfahrung der Vorjahre), die Herren hatten diesmal in der ersten jecken Runde ziemlich wenig Publikum.

Das hinderte die 35 aktiven Sänger aber nicht, sich in dem jeweils rund vierstündigen Programm voll ins Zeug zu legen. „Das ist eine gute Beteiligung“, sagte Roland Schriefers über die Zahl der Sänger. Er kümmert sich im Verein mit weiteren Helfern um die Planung und den Ablauf des Karnevals.

Ein Pfundskerl war auch dabei

Und dieser bot nach der närrischen Begrüßung durch den Vorsitzenden Michael Göbel gleich einen besonderen musikalischen Ausflug, der zugleich konsequent dem selbst gesetzten Motto folgte.

Michael Mattern gab beim traditionellen Eröffnungs-Auftritt des ganzen Chores ein Solo als Helene Fischer. Deren Hit „Atemlos“ gab’s, und das Narrenschiff nahm an beiden Abenden damit Fahrt auf.

Im August, September begann der MGV, der im Sommer sein 150-jähriges Bestehen groß feiern wird, mit den Vorbereitungen des Karnevals, sagte Sänger Schriefers. Er stieg im Laufe des späteren Abends in die Bütt und klagte als „Pfundskerl“ sein Leid. Der Titel war wörtlich zu nehmen, denn in dem jecken Beitrag ging es um die Kilos, die die Waage zuviel anzeigte.

Da hätte vielleicht der Landarzt helfen können: Engelbert Bikowski, der bereits seine Qualitäten im MGV-Karneval bewiesen hatte, machte wieder mit. Claudia Schriefers hatte mit sechs Sängern einen Tanz-Sketch in petto. „Das Outfit wird überragend sein“, versprach Ehemann Roland zuvor.

Wie gehabt setzten die Herren beim Programm ganz auf die eigenen Reihen, mit kleinen Ausnahmen. Die „Marschwiesel“, eine Garde des Weseler Karnevalskomitees vor’m Clever Tor, ließen die Beine fliegen. Die „Diamonds“, eine Gruppe aus Dorsten, hatten sich ebenfalls angesagt. Flotte Samba-Klänge wollten sie an den Niederrhein mitbringen.

Die musikalische Annäherung der Schermbecker und des benachbarten MGV Gahlen-Dorf ging weiter. „Wir finden das ganz toll, dass sie mitmachen“, waren sich alle einig.

Aus der Sicht eines Neubürgers

Bei der „Oldie-Gruppe“ traten Sänger aus beiden Vereinen auf. Das „Schermbecker Karnevalslied“ und die alte Klage „Es gibt kein Bier auf Hawaii“ hatten sie im Programm.

Ein „Klassiker“ gehörte dazu: Bereits zum zehnten Mal beleuchtete Wolfgang Herkel das Geschehen im Ort und darüber hinaus als „Neubürger“.

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