Argumente im Kampf gegen Fracking gesucht

Hamminkeln.  „Da ist schon Stoff drin.“ Mit diesen Worten beurteilte Sabine Weiss den vorliegenden Gesetzentwurf, der das Fracking in ganz Deutschland endlich rechtsverbindlich regeln soll. Eine erste Lesung ist bereits durch, zweite und dritte Lesungen wurden aber durch die derzeitigen Herausforderungen in der Flüchtlingssituation vorerst verschoben. Damit das Thema nicht aus dem Bewusstsein der Politik verschwindet, hatten sich die Interessengemeinschaften gegen Fracking in den Kreisen Wesel und Kleve um einen Gesprächstermin mit den Bundestagsmitgliedern Sabine Weiss (CDU) und Hans-Ulrich Krüger (SPD) bemüht.

Und beide stehen auch klar und deutlich auf der Seite der Frackinggegner. Allerdings nahmen die Politiker den Vertretern der Bürgerinitiativen, Gabriele Obschernicat, Dr. Sabine Jordan, Michael Körner und Andrea Busmer, gleich zu Beginn ihres Treffens die Illusion, dass sich sämtliche ihrer Forderungen in dem Gesetz niederschlagen könnten. Die Reihe der Fracking-Befürworter im Bundestag sei auch nicht gerade klein. „Kein Gesetz verlässt den Bundestag so, wie es eingebracht wurde“, zitierte Weiss den großen Sozialdemokraten Peter Struck. Gerade deshalb, so Krüger weiter, benötige man stichhaltige Argumente, die der zuständige Fachausschuss nicht ignorieren könne. „Welche Waffe, welches Schwert könnt ihr uns an die Hand geben, damit wir sagen können, ,das und das ist nicht in Ordnung’?“

Argumente haben die Initiativen. Zum Beispiel, dass der betriebswirtschaftliche Gewinn einzelner Firmen volkswirtschaftlich „ein Tropfen auf den heißen Stein“ sei, dass man den Boden bei Probebohrungen für nichts Gesichertes perforiere, weil alles nur auf Annahmen und Hochrechnungen beruhe, dass man unbrauchbare Flächen und den nachfolgenden Generationen ein höchst unsicheres Erbe hinterlasse. Auf maximal drei Seiten möchten die Bürgerinitiativen nun ihre Argumente zusammenfassen.