Arbeiten an der Kläranlage

Andreas Rentel
Der Lippeverband bringt die Schermbecker Kläranlage auf den neusten Stand. Ab Februar werden neue Nachklärbecken gebaut.
Der Lippeverband bringt die Schermbecker Kläranlage auf den neusten Stand. Ab Februar werden neue Nachklärbecken gebaut.
Foto: FUNKE Foto Services / Gerd Herma
Vier Jahre lang wird ab Februar auf dem Gelände gebaut und saniert. Für mehr als zehn Millionen Euro wird die Anlage aus den 70ern auf den neusten Stand gebracht.

Schermbeck.  Vier Jahre wird das Sanieren und der Ausbau der Schermbecker Kläranlage während des laufenden Betriebs dauern.

Diese und weitere Fakten präsentierten Christian Schwarz, Andreas Dudzik und Ursula Hülser vom Lippeverband auf einer Infoveranstaltung im Rathaus am Dienstagabend. Über die Abwasserkanäle, die zur Kläranlage führen, informierte Andreas Eißing von der Gemeindeverwaltung.

Schwarz, der die Projektleitung von Dudzik übernommen hat, erläuterte zunächst die fünf Abschnitte des Vorhabens mit einem Investitionsvolumen von rund 10,7 Millionen Euro. Im Februar 2016 werde mit dem Bau der beiden vier Meter tiefen Nachklärbecken („der größte Part“) begonnen.

Sie sollen auf einer Weide an der Anlage entstehen. „Die Technik ist in die Jahre gekommen“, sagte er. Daher werde diese erneuert.

Einigen Anwohnern stinkt’s

Gleiches gilt für die Gebäude und das Blockheizkraftwerk. Der Ausbau sei nötig, weil die in den 1970er Jahren errichtete und in den 1990er Jahren erweiterte Anlage inzwischen zu klein sei.

Zwar sei in zwei Bereichen das Roden von Bäumen und Sträuchern nötig, erklärte Schwarz. Aber durch neue Pflanzen werde sich in ein paar Jahren ein ähnliches Bild bieten wie heute. „Wir bringen die Anlage auf den Stand der Technik“, fasste Dudzik zusammen.

In den nächsten Wochen werden die Anwohner der Anlage Besuch von einem Gutachterbüro aus Essen bekommen. Dabei werden (auch mit Fotos) bestehende Schäden erfasst, um später klären zu können, ob neue Schäden entstanden sind oder sich bereits existierende verstärkt haben.

Schwarz nannte das Vorgehen „eine gute Absicherung“. Der Lippeverband rechne nicht damit, dass durch die Bauarbeiten Schäden entstehen.

Rund 380 Lkw-Transporte werden für das Anliefern von Boden und Material nötig sein, da der Bauplatz der neuen Becken angehoben werden muss. Auf Bitte eines Anwohners soll der Lippeverband die Unternehmen anhalten, an den Häusern an der Alten Poststraße nur mit Tempo 30 vorbeizufahren. Die Straße wird bei Bedarf vom Baustellen-Dreck gereinigt.

In der folgenden Diskussion mit den Anwohnern der Anlage ging es vor allem um störende Gerüche. „Warten Sie den nächsten Sommer ab“, bat Dudzik. Durch das Einhausen des Bereichs, in dem die Leitungen aus der Gemeinde in der Anlage ankommen, müsste sich eine Verbesserung ergeben haben.

„Wir haben einiges getan“, reagierte Betriebsleiterin Ursula Hülser auf Kritik. Eißing erklärte, die Gerüche seien Folge der langen Kanäle, in denen das Schmutzwasser nur langsam fließt. „Wir werden es nicht hinkriegen, dass wir einen geruchlosen Kanal bekommen“, betonte er.

Die Gemeinde sei bestrebt, das Wasser so schnell wie möglich zu bewegen. Was mit dem Teich an der Anlage nach dem Umbau geschieht, ist noch unklar.

Denn das gesäuberte Wasser soll später auf einem anderen Weg in den Mühlenbach fließen. Eißing dazu: „Das muss ich mir überlegen.“