Am Nachmittag ist Geduld gefragt

Wesel.  Der Arbeitstag war lang und anstrengend – aber jetzt ist es geschafft, endlich ist der Feierabend da. Ab ins Auto und schnell nach Hause. Oder auch nicht. Zumindest nicht „schnell“. Denn wer nachmittags gegen 16 Uhr mit dem Pkw in der Stadt unterwegs ist, muss mit Kriechen rechnen, oder gar mit Stillstand. An einigen Stellen in Wesel geht in der „Rush Hour“ so gut wie gar nichts mehr.

Beispiel Schermbecker Landstraße: Hier ist an diesem Nachmittag Geduld gefragt. Mühsam bewegt sich die Autoschlange aus der Stadt in Richtung Autobahn, umgekehrt ist es noch schlimmer. Anfahren, bremsen, anhalten, wieder anfahren. Stück für Stück geht es voran. Ganz schön nervig. Das sehen wohl auch die Autofahrer um uns herum so: Ab und an wird gehupt, so mancher hat die Musik lauter gedreht, vielleicht, um sich abzulenken. Besonders schlimm ist der Stau vor der Ampel an der Kreuzung mit der Rudolf-Diesel-Straße und RWE-Straße. Hier treffen gleich mehrere Ströme aufeinander: Die, die von der Stadt zur Autobahn oder von der Autobahn in die Stadt wollen. Die, die zum Einkaufen an die Rudolf-Diesel-Straße fahren. Und die, die eben sonst noch unterwegs sind. Gleich bei der ersten Ampelphase über die Kreuzung kommen? Das bleibt an diesem Nachmittag ein Wunschtraum.

Szenenwechsel: Anderer Ort, ähnliches Bild. Denn auch, wer am Nachmittag über die Rheinbrücke möchte, muss Zeit mitbringen. 40 Minuten oder mehr, so lange kann das Anstehen durchaus dauern. Wir stehen mittendrin. Oder besser gesagt, wir rollen uns langsam Schritt für Schritt voran. Im Radio laufen gerade die Nachrichten, anschließend die Stauschau. Die A2 wird genannt, auch die A 3. Die B 58n von Büderich nach Wesel nicht. Wieso eigentlich nicht? Wir stehen doch hier. Und das ganz ohne Unfall oder sonstiges besonderes Ereignis. Auch nach dem Bau der neuen Rheinbrücke und der Büdericher Umgehung ist die Flussquerung ein Nadelöhr geblieben. Vor der Ampel an der Zitadelle ist noch immer Anstehen angesagt.

Mehr Zeit einkalkulieren

Klar, ab und an gebe es im zähfließenden Verkehr oder Stau auf der Rheinbrücke Auffahrunfälle, sagt eine Polizeisprecherin. „Das ist aber eher die Ausnahme.“ Die meisten Autofahrer seien entspannt und würden die Staus in Kauf nehmen. „Man weiß halt, dass man auf der Strecke mehr Zeit einkalkulieren muss.“ Gleiches gilt auch für den nach Angaben der Polizei dritten größten Staubereich in der Stadt: die B 8 in Richtung Friedrichsfeld. Auch hier geht um 16 Uhr am Nachmittag oft gar nichts mehr.

 
 

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