Abenteuer direkt vor der Schultür

Noch so eine Finger-Weg-Pflanze: Nele berührt vorsichtig die piksende Stechpalme, beobachtet von Astrid Maasberg (links).
Noch so eine Finger-Weg-Pflanze: Nele berührt vorsichtig die piksende Stechpalme, beobachtet von Astrid Maasberg (links).
Foto: WAZ FotoPool

Hünxe/Schermbeck..  In den Sommerferien stehen Spiel, Spaß und Abenteuer auf dem Stundenplan der Otto-Pankok-Grundschule. In den Ferien arbeiten die drei Hünxer Grundschulen in der Betreuung zusammen.

Im Rahmen der offenen Ganztagsschule betreut der Diakonieverein auch in schulfreien Zeiten bei Bedarf die Kinder von 8 bis 16.30 Uhr am Nachmittag - eine Erleichterung für berufstätige Eltern und Alleinerziehende.

Sogar ein gemeinsames Frühstück nehmen die kleinen Abenteurer ein. In dieser Woche ist Kräuterpädagogin Jutta Becker-Ufermann zu Gast bei den Knirpsen in Drevenack. Die Schermbeckerin, außerdem die Betreuerinnen Astrid Maasberg und Josie Sörensen gehen mit der quirligen Bande in den Wald rund um die Schule. Hier sind die Jungen und Mädchen öfter, doch in den Ferien lernen sie vier Tage lang, die grüne Umgebung mit anderen Augen zu sehen.

Dank an einen Baum

Astrid Maasberg, die seit vielen Jahren zweimal pro Woche in der Übermittagsbetreuung der Otto-Pankok-Schule aktiv ist, hat die Kräuterfachfrau eingeladen. „Ich dachte sofort: Das ist etwas für unsere Kinder.“ Ihre eigenen beiden Söhne haben die Grundschule schon lange hinter sich, sie selbst ist ihr treu geblieben. „Ist es nicht wunderschön hier?“, schwärmt die gebürtige Holländerin, „es ist alles Grün und die Kinder können nach Herzenslust spielen.“

Und die Kleinen sind am Ende der Woche schlauer als am Anfang. „Pflanzen im Wald darf man nicht einfach pflücken“, erzählt Nele eifrig. Und nicht herausreißen. Man soll die Pflanzen nicht essen und kein Papier liegen lassen - das sind die Regeln, die sich die kleine Gruppe ganz am Anfang auferlegt hat. Dabei sind viele Pflanzen essbar, wenn man sie kennt. Die mit den spitzen Blättern, das weiß Laurin sofort, gehört zur Kategorie der „Finger-Weg-Pflanzen“, „weil wenn man die isst, stirbt man“. Es ist eine Eibe.

Im Wald haben die Jungen und Mädchen ihre Spuren hinterlassen. Unter einer Kiefer liegt ein aus Ästen gelegtes Herz. „Das ist, weil der Baum uns vor dem Regen geschützt hat“, erklärt Josephine. Rainfarn mit seinen gelben Blüten hilft gegen Mücken. „Ich hatte sie früher getrocknet unter der Decke hängen“, erklärt Astrid Maasberg den Kindern, Jutta Becker-Ufermann weiß, dass diese Pflanze früher häufig an Stalltüren zu finden war. Staunend streicheln die Kinder über die verwelkten Blüten der Wilden Möhre, die ein dekoratives Nest bilden.

Frische Brombeeren

Dann wird es handfest: Jutta Becker-Ufermann lässt die Kinder Brombeeren sammeln, bis ein Becher gefüllt ist. Essig soll später daraus hergestellt werden. Astrid Maasberg unterstützt sie tatkräftig beim pflücken, doch die Becher wollen einfach nicht voller werden. So frisch vom Busch schmecken die Brombeeren den Kindern eben besonders gut.

Auch Josie Sörensen hat mit angepackt - und es bereut. Den Wespenstich der jungen Frau behandelt die Kräuterpädagogin mit einer Spitzwegerichtinktur - und die Kinder pusten. Es hilft. Zufrieden zieht die Gruppe mit ihrer Beute wieder zurück in die Grundschule.

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