170 Seiten zum Tourismus

Wesel..  Knapp 170 Seiten hat er, der Ergebnisbericht zum Tourismuskonzept der Stadt Wesel. Dem Ausschuss für Kultur und Stadtmarketing wurde er während der Sitzung am Dienstag vorgelegt. Die Mitglieder sollten dort eigentlich einen Beschluss fassen, doch dazu sahen sie sich nicht in der Lage. Zu viele Fragen gibt es nach der Kurzfassung von Oliver Melchert noch, dessen Tourismus-Beratungsgesellschaft BTE mit Sitz in Hannover, Berlin und Eisenach für das Konzept verantwortlich ist.

Zweifel an Leuchtturmprojekten

Volker Haubitz (CDU) kündigte an, die Unterlagen zunächst intensiv studieren zu wollen, äußerte allerdings zugleich Zweifel an den Visisonen, die darin stehen. Wesel als Messestadt? Dieses Leuchtturmprojekt scheint nicht in seinem Sinne zu sein. Stattdessen solle man doch besser Vorhandenes sichern und qualitativ verbessern, sagte er. Wesel sei ein Tages- und Kurzreiseziel und kein Ort für einen langen Aufenthalt. Jürgen Linz (CDU) nutzte die Gelegenheit, das von seiner Partei ins Gespräch gebrachte Jugendgästehaus zum Thema zu machen. Schließlich hatte Melchert zuvor berichtet, dass niedrigpreisige Übernachtungsmöglichkeiten in der Hansestadt fehlten. Hier gebe es doch eine Möglichkeit, dies zu ändern, was Melchert mit Zustimmung quittierte.

Manfred Schramm (WWW-Piratenfraktion) befand: „Die Stärke dieses Konzept ist, dass es keine besondere Stärke hat.“ Vieles was darin stehe, sei schon bekannt gewesen, eine sanfte Weiterentwicklung des Tourismus gewünscht. Die große Summe, die in das Konzept gesteckt wurde, hätte man vielleicht direkt in den Tourismus stecken können.

Der Erste Beigeordnete Daniel Kunstleben erläuterte das weitere Vorgehen in der Angelegenheit. Erst soll das Thema im Wirtschaftsförderungsausschuss diskutiert und schließlich am 23. Juni abschließend im Rat darüber befunden werden. Bis dahin seien Fragen möglich. Zudem soll das Konzept online gestellt werden, damit sich jeder ein Bild davon machen kann. Die Adresse lautet: www.wesel-tourismus.de.

Die Zusammenfassung der Handlungsfelder sieht unter anderem die Profilierung in Erfolg versprechenden Geschäftsfeldern, das Herausstellen von Alleinstellungsmerkmalen, Produktentwicklung vor allem im Tages- und Kurzurlaubsbereich, die Steigerung der touristischen Attraktivität, insbesondere von bisher nicht erschlossenen Naturräumen, und die Sanierung der Niederrheinhalle als Veranstaltungs-Drehkreuz der Region mit multifunktionaler Ausrichtung vor.

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