Zwei Interessenten, ein Gebot für Ex-Spadaka

Armin Obalski
Die ehemalige Spadaka
Die ehemalige Spadaka
Foto: WP

Altenrüthen.  Vollzug kann noch nicht vermeldet werden, aber immerhin besteht Interesse an dem zur Zwangsversteigerung stehenden Gebäudekomplex mitten in Altenrüthen, in dem früher die Spadaka ansässig war. Zuletzt hatte dort eine Firma für Verlagswerbung ihren Sitz.

Haus in Kallenhardt ersteigert

Zwei Männer signalisierten beim Versteigerungstermin vor dem Warsteiner Amtsgericht mehr oder weniger offen dieses Interesse: Horst Garthoff, Geschäftsführer der Westfalicon GmbH aus Bad Oeynhausen, und Joachim Hollmann, Unternehmer aus Warstein. Er ist Eigentümer zahlreicher Immobilien und hatte erst Anfang August das Haus Burgtorstraße 6 in Kallenhardt ersteigert (wir berichteten).

Garthoff gab sogar ein Gebot ab, das allerdings nicht zuschlagsfähig, weil zu niedrig war, Hollmann selbst verzichtete angesichts dessen auf eigene Aktivitäten. Beider Hauptziel war jedoch zunächst, wie sie im Gespräch mit der Westfalenpost verrieten, die Wertgrenzen zu Fall und das Verfahren in Gang zu bringen. Obschon es bereits im Februar einen Versteigerungsversuch – den aber ganz ohne Gebot – gegeben hatte, galt der gestrige rechtlich gesehen immer noch als erster Termin.

Charakterisiert wird dieser durch die Fünf- und Sieben-Zehntel-Grenzen. Bei einem Gebot von weniger als der Hälfte des Verkehrswertes, der in diesem Fall gutachterlich ermittelt bei 183.000 Euro liegt, muss das Gericht den Zuschlag verweigern, bei einem Gebot von sieben Zehnteln kann es dies auf Antrag des die Zwangsversteigerung betreibenden Hauptgläubigers, in diesem Fall die Volksbank Hellweg.

50.000 Euro war Horst Garthoff die Immobilie wert – deutlich weniger als die Grenzen von 91.500 bzw. 128.100 Euro. Der zuständigen Rechtspflegerin blieb somit nichts anderes übrig, als den Zuschlag zu versagen. Ein neuer Termin werde von Amts wegen anberaumt.

Kontakt zur Gläubigerbank

Ob es dazu kommt, ist offen. Sowohl Garthoff als auch Hollmann kündigten an, den direkten Draht zur Volksbank Hellweg zu suchen. Diese hatte Forderungen von knapp 200.000 Euro angemeldet. Bei der Stadt Rüthen stehen immerhin fast 123.000 Euro offen. „Die Schmerzgrenze ausloten“, will Hollmann bei der Bank, heißt: herausfinden wie hoch nach deren Vorstellungen der Kaufpreis sein müsste. Was genau sie mit dem Objekt planen, so sie denn in dessen Besitz kommen würden, konnten oder wollten weder er noch Garthoff sagen. Unternehmensgegenstand der Westfalicon GmbH jedenfalls ist der An- und Verkauf sowie die Bewirtschaftung von Immobilien.