Wolfgang Hellmich zittert sich nach Berlin

Wolfgang Hellmich (SPD) mit Sohn Robin (15)
Wolfgang Hellmich (SPD) mit Sohn Robin (15)
Foto: WP

Kreis Soest..  Irgendwann ging es nicht mehr. Da hatte es keinen Zweck mehr. Die Uhr zeigte bereits nach Mitternacht und Wolfgang Hellmich hatte Mühe, die Augen weiter offen zu halten. „Ich war hundemüde und bin deshalb ins Bett gegangen“, gab der Sozialdemokrat im Gespräch mit der WESTFALENPOST zu. Es sollte eine unruhige Nacht werden, denn erst gegen 5 Uhr in der Früh stand zweifelsfrei fest, dass der Bad Sassendorfer erneut den Einzug in den Bundestag geschafft hat. UB-Geschäftsführer Dirk Presch hatte die positive Nachricht per SMS verschickt: „Es sah zwar die ganze Zeit gut für Wolfgang aus, aber ich wollte es erst schwarz auf weiß sehen“, erklärte der Funktionär.

„Diese Zitterpartie“, so Hellmich,“hätte ich mir natürlich liebend gerne erspart. Aber so ist das nun einmal bei Wahlen. Das kann man sich nicht aussuchen.“ Einen wirklichen Plan B hatte er für den Fall seines Scheiterns nicht in der Schublade: „ Ich wäre dann wieder bei meinem Arbeitgeber, dem SPD-Landesverband, vorstellig geworden und hätte gefragt, ob sie mich wieder einstellen.“ Doch das blieb ihm zum Glück erspart. Als schließlich sein Handy piepste und die frohe Botschaft aufleuchtete, ist ihm daher auch „ein dicker Stein vom Herzen geplumpst.“ Bereits vor vier Jahren war das Ergebnis für Hellmich denkbar knapp. Damals hatte es allerdings nicht gereicht; erst im Sommer 2012 war er nachgerückt.

Für Dirk Presch ist mit dem Einzug von Hellmich immerhin ein Teilziel erreicht: „Mehr aber leider auch nicht. Am Gesamtergebnis der SPD gibt es nichts zu beschönigen.“ Er selbst setzt nicht auf eine große Koalition: „Da bin ich kein Freund von. Die letzte hat uns viel zu viel geschadet. Danach haben wir fast 10 Prozent verloren, so viel wie jetzt auch die FDP. Neben der übermächtigen Merkel zu regieren, ist einfach unheimlich schwer.“

Zielgerichtete Gespräche

Bei seinem Gegenüber bei den Christdemokraten im Kreis war die Gemütslage naturgemäß vollkommen anders. Guido Niermann: „Erst einmal freuen uns über unser herausragendes Ergebnis.“ Eine Prognose, unter welcher Beteiligung eine neue Regierung zustande kommen könne, wollte er nicht abgeben: „Wir müssen ja zugeben, dass dies eine Situation ist, mit der so richtig keiner gerechnet hat. Wir sollten jetzt erst einmal alle wieder runterkommen und dann zielgerichtete Gespräche führen. Fest steht, dass wir stabile Verhältnisse brauchen. Deshalb halte ich eine Minderheitsregierung für problematisch.“

Das sieht Bernhard Schulte-Drüggelte ähnlich. Er sieht in einer Großen Koalition eine gangbare Alternative: „Das hat doch schon einmal recht gut funktioniert. Eine Minderheitsregierung halte ich für gefährlich. Das würde ich nicht favorisieren.“ Auch gestern zeigte er sich vom triumphalen Wahlerfolg überwältigt: „Damit konnte man doch wirklich nicht rechnen.“ Mit fast 50 Prozent hat er selbst sein bisher bestes Ergebnis eingefahren. Ob seine vierte Legislaturperiode auch seine letzte sein wird, ließ er gestern offen.“Ich bin ja für die Rente mit 67 Jahren.“ Bei der nächsten Wahl in 2017 ist der Mann vom Möhnesee 65...

 
 

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