Wohnmobil-Fachsimpeleien und Reiseberichte

Serie "Unser Stammtisch": Die Reisemobilfreunde Warsteiner Land treffen sich jeden dritten Dienstag im Monat in der Gaststätte "Uelder Bahnhof"
Serie "Unser Stammtisch": Die Reisemobilfreunde Warsteiner Land treffen sich jeden dritten Dienstag im Monat in der Gaststätte "Uelder Bahnhof"
Foto: WP
Während wir noch auf weitere Reisemobilfreunde warten, wird schon von den letzten Reisen berichtet. Mit dem Wohnmobil, natürlich. Jeden Dritten Dienstag im Monat treffen sich rund 25 Gleichgesinnte, um zu fachsimpeln und dem Hobby Wohnmobil zu frönen. Um 19 Uhr beginnt der Stammtisch im „Uelder Bahnhof“, Zuwachs ist immer willkommen.

Anröchte. Wann sich der Stammtisch gegründet hat? Ratlosigkeit unter den Anwesenden. Anhand von Wohnmobilen wird zurück gerechnet. „Den alten hatten wir sechs Jahre und den neuen jetzt zwei, also müssen wir uns seit mindestens 2005 treffen.“ Als loser Zusammenschluss, die Reisemobilfreunde sind ein Stammtisch, kein Verein, das ist wichtig. Es wird diskutiert, wer wann dazugekommen ist und schließlich ist klar: Zur Klärung der Frage müssen wir auf Gründungsmitglied Günter Mertens warten.

Nach und nach trudeln die Wohnmobilfreunde ein, immer im Doppelpack: Zu Dieter und Borghild Hantke, Monika und Hans Bollmann, Gertrud und Rudolf Seck und mir gesellen sich noch Ernst und Barbara Zumbansen. Dann kommen noch die Kussmanns, Gisela und Werner. Und zwei Neue wollen sich den Stammtisch auch einmal anschauen: Susanne und Matthias Wagener sind auf der Suche nach Gleichgesinnten. Sofort müssen sie ihre E-Mail-Adresse auf die Stammtisch-Liste setzen, um über alle Neuigkeiten informiert werden zu können.

Und dann kommt endlich Günter Mertens mit seiner Frau Monika. Das Gründungsdatum weiß er auch nicht, nur, dass der Stammtisch schon über zehn Jahre bestehen muss. „Das Jubiläum haben wir verschlafen“, sagt Günter Mertens. Aber die Entstehungsgeschichte kann er erzählen. Die Stadtverwaltung bat Mertens und andere Wohnmobilfahrer um Hilfe, einen passendes Gelände für einen Wohnmobilstellplatz zu finden. „Da sind wir dann auf die Idee gekommen, einen Stammtisch zu gründen“, sagt Günter Mertens.

Mit meiner zweiten Frage oute ich mich gleich als Unwissende: Ich frage nach den Vorteilen des Reisens mit dem Wohnwagen. Ein Aufschrei geht durch die Runde. „Wohnwagen? Wir fahren Wohnmobil!“ Der Unterschied wird sofort erklärt: „Alles komplett, ein fahrendes Haus“ sagt Borghild Hantke „Das ist ein Privileg, wir können überall hin, wo wir wollen, wir brauchen keinen Campingplatz“, ergänzt Barbara Zumbansen. Und immer wieder fallen die Worte Freiheit und Unabhängigkeit.

Einmal im Jahr, zum Saisonauftakt, gibt es eine gemeinsame Ausfahrt der Reisemobilfreunde. Darüber hinaus gesellen sich immer wieder einige Reisemobilfreunde für gemeinsame Fahrten zusammen. Freundschaften sind aus dem Stammtisch entstanden. „Im Grunde sind wir ja alle nahe beieinander, Interessen schweißen zusammen“, sagt Hans Bollmann. Und diesem Interesse gehört der ganze Abend.

Es werden Erfahrungen mit Stellplätzen ausgetauscht, Fahrziele angepriesen und auch technische Dinge rund ums Wohnmobil sorgen für Gesprächsstoff: „Jeder hat mal eine Frage“, sagt Rudolf Seck. Hantkes berichten, wie der Motorblock ihres Wohnmobils runtergekommen ist. Zum Glück gerade in dem Moment, in dem sie in der Werkstatt angekommen sind, zum Inspektionstermin. „Wenn das auf der Autobahn passiert wäre“, schallt es von der anderen Seite des Tisches. Zum Thema Pannen hat jeder eine Geschichte zu erzählen.

Viele Parallelgeschichten spannen sich nun über den Tisch, langsam komme ich nicht mehr mit. Wie lange der Stammtisch in der Regel dauert, frage ich Monika Mertens. „Elf plus“, sagt sie und ich bewege mich langsam Richtung Tür.

Im Rausch der Reisemobile habe ich vergessen, meine Cola zu bezahlen. Sollte ich je Wohnmobilbesitzer werden, schmeiße ich eine Stammtisch-Runde. Versprochen.

 
 

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