Windpark bei Heddinghausen wäre Gefahr für Natur

Fundamente für neue Windkraftanlagen zwischen Drewer und Altenrüthen, Rüthen, Kreis Soest, Sauerland, Nordrhein-Westfalen, Deutschland
Fundamente für neue Windkraftanlagen zwischen Drewer und Altenrüthen, Rüthen, Kreis Soest, Sauerland, Nordrhein-Westfalen, Deutschland
Foto: www.blossey.eu
Erneuerbare Energien kontra Naturschutz. Die „Heddinghäuser Haar“ und der geplante Windpark erhitzen die Gemüter der Naturschützer und Windparkbetreiber.

Rüthen..  In einem Schreiben an Umweltminister Johannes Remmel nahm ABU-Vorsitzender Joachim Drüke nun erneut Stellung, warum die geplante Windparkanlage alles andere als naturfreundlich sei.

Riesige Windkraftanlagen in direkter Nachbarschaft zu Brutplätzen bedrohter Vogelarten - für Joachim Drüke ein Horrorszenario. „Unser primäres Anliegen ist, dass das Gebiet, wo die Windkraftanlagen entstehen sollen, eigentlich ein Teil eines Vogelschutzgebietes ist“ so Joachim Drüke.

Gewerbegebiet der Stadt

Um dort ein Gewerbegebiet der Stadt Rüthen entstehen zu lassen, wurde das Areal vor einigen Jahren aus dem Schutzgebiet gelöst. Doch dass dort nun ein Windpark statt dem einst geplanten Gewerbe entstehen soll, dafür hat Drüke kein Verständnis: „Wir waren von Anfang an dabei. Dass es Auseinandersetzungen geben wird, war uns sofort klar.“

Die Vorwürfe von Johannes Lackmann, Geschäftsführer der WestfalenWind GmbH, kann Drüke jedoch nicht verstehen. In einem offenen Brief an Umweltminister Remmel kritisiert Lackmann das Auftreten von NABU und ABU, nennt die Naturschützer „die realen Blockierer dieser Energiewende“. „Das ist der erste größere Windpark, den wir in dieser Form klar und deutlich ablehnen“ kontert Drüke die Kritik. Vor allem die Wachtelkönige und Rotmilane treiben Joachim Drüke die Sorgenfalten auf die Stirn: „In direkter Nähe liegen die Schlaf- und Brutplätze. Der Windpark wäre eine große Gefahr für die Tiere und ihren Bestand.“

Gute Standortplanung

Deshalb stellt sich Joachim Drüke mit den Naturschützern von NABU und ABU auf ein zähes Ringen in den kommenden Wochen und Monaten ein. „Die Klage im Namen des NABU-NRW ist eingereicht. Dieser Windpark und die Planungen sind für den Naturschutz nicht akzeptabel“, so Drüke. Regenerative Energien seien absolut wichtig und zukunftsweisend, jedoch sei eine „gute Standortplanung“ genauso wichtig. Doch Drüke zeigt sich ehrgeizig: „Konflikte gibt es immer, aber wir werden unser Ziel nicht aus den Augen verlieren.“

Grund für den Brief Joachim Drükes an Umweltminister Remmel war ein Schreiben des WestfalenWind GmbH Geschäftsführers Johannes Lackmann. Dieser forderte Remmel dazu auf, dem Festakt zu „25 Jahren ABU Kreis Soest“ fernzubleiben, da die Naturschützer Blockierer der Energiewende seien. Gleichzeitig wird der ABU durch öffentliche Mittel finanziert, was Lackmann harsch kritisierte. Die Windparkanlage auf der „Heddinghäuser Haar“ im Rüthener Stadtgebiet ist umstritten. Umgeben von Vogel- und Naturschutzgebieten will die WestfalenWind GmbH zahlreiche Windräder aufstellen, dem sich NABU und ABU entschieden entgegensetzen. Ein Ende des Konflikts ist noch nicht in Sicht.

 
 

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