Werkstattgespräche über das Ende des Weltkrieges

Belecke..  In diesem Jahr stellt der Kultur- und Heimatverein Badulikum seine 2013 zum Jubiläum begonnenen Werkstattgespräche unter das Thema des 70. Jahrestages des Endes des 2. Weltkrieges und damit auch des Endes der nationalsozialistischen Schreckensherrschaft.

Mit der bedingungslosen Kapitulation der deutschen Wehrmacht am 8. Mai 1945 schwiegen in ganz Europa die Waffen. In Belecke war dies bereits gut einen Monat zuvor am 7. April 1945 der Fall. Noch einmal genau einen Monat früher war die Brücke von Remagen, die sogenannte Ludendorff-Brücke, am 7. März 1945 den amerikanischen Truppen in die Hände gefallen, was den Kriegsverlauf um viele Monate verkürzte.

Mutiges Einschreiten

Die Badestadt kapitulierte am Samstag vor Weißen Sonntag und wurde von amerikanischen Panzer- und Infanterietruppen besetzt. Nur durch das mutige Einschreiten Einzelner konnte die Zerstörung Beleckes verhindert werden. Über all dies wird auf dem 6. Werkstattgespräch am Dienstag, 7. April , um 19.30 Uhr in der Rathausstube des Alten Rathauses berichtet.

Eine herzliche Einladung an alle Interessierten spricht Hans-Jürgen Raulf als Vorsitzender des Kultur- und Heimatvereins aus.

Ein Impulsreferat zur allgemeinen militärischen Lage in der Belecker Umgebung durch den Sichtigvorer Heimatfreund Willi Hecker wird zunächst in das Thema einführen. Willi Hecker hat sich um die Aufarbeitung der letzten Kriegstage im nördlichen Sauerland und der Haar-Region sehr verdient gemacht. Er gilt als profunder Kenner der Materie.

Danach kommen Belecker Zeitzeugen zu Wort. Es berichten zum Einen der heute in Düsseldorf lebende Heinz Tigges, Jahrgang 1931. Er ist der Sohn des ursprünglich aus Drewer stammenden Lehrers Heinrich Tigges und war am 7. April 1945 in der Badestadt zugegen. Er musste am Sennhof zwischen seinem Vater und einem amerikanischen Panzerkommandanten als Jugendlicher dolmetschen, da Heinrich Tigges als Fremdsprache nur des Französischen mächtig war. Lehrer Heinrich Tigges hat sich um die Rettung Beleckes ausgesprochen verdient gemacht, was sein Sohn Heinz noch in lebhafter Erinnerung hat.

Dann kommt der weit über die Belecker Ortsgrenzen hinaus bekannte Peter Wessel, Jahrgang 1932, zu Wort. Er kann sich sehr gut an den 7. April 1945 und das vorangegangene letzte Kriegs-Osterfest erinnern. Peter Wessel ist Mitautor des 2001 herausgegebenen Werkes „Wie war das? – Belecke 1923 bis 1945“ und Sprecher des damaligen Buch-Arbeitskreises.

Ein weiterer Vortrag des aus der Badestadt stammenden Dresdner Historikers Werner Rellecke zum Schicksal von in Belecke geborenen Bürgern jüdischen Glaubens in den Jahren 1933 bis 1945 wird im Sommer folgen.

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