Vor 50 Jahren leistete Edelbert Biermann Hilfe in Vietnam

Warstein/Köln..  Kriege gehören zu den traurigen Einsatzfeldern der Malteser. Vor 50 Jahren brachen die ersten deutschen Einsatzkräfte des Malteser Hilfsdienstes – Ärzte, Schwestern, Logistiker – nach Vietnam in den Krieg auf. Es war der erste geplante humanitäre Großeinsatz der Malteser im Ausland. Zur Feier des 50. Jahrestages des Einsatzbeginns 1966 trafen sich jetzt rund 80 Veteranen, darunter Edelbert Biermann aus Warstein-Belecke, in der Malteser-Kommende Ehreshoven nahe Köln.

Mehr als 300 Malteser-Mitarbeiter versorgten zwischen 1966 und 1975 in Krankenhäusern und Gesundheitsstationen Verletzte und Kranke. Das Personal bestand aus Einheimischen und Deutschen. Tausenden retten sie das Leben. „Der Einsatz in Vietnam war eine hohe politische, logistische und finanzielle Herausforderung“, sagte der Präsident des Malteser Hilfsdienstes, Dr. Constantin von Brandenstein. „Der Einsatz war riskant. Noch viel größer war aber die menschliche, physische, psychische und berufliche Herausforderung unserer damaligen insgesamt 303 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter im Vietnam-Einsatz. Wir sind stolz auf sie“, sagte Brandenstein an die Ehemaligen gerichtet.

Einsatz als Elektriker

Im Kampf zwischen dem kommunistischen Nordvietnam und dem von den USA unterstützten Südvietnam leistete Deutschland keine militärische Unterstützung, obwohl Washington zunächst den Einsatz der damals noch jungen Bundeswehr gefordert hatte. Die Bundesrepublik leistete stattdessen humanitäre Hilfe, schickte die Malteser und das Deutsche Rote Kreuz. Edelbert Biermann von den Maltesern in Warstein begann seinen Einsatz am 8. September 1967 als Elektriker im technischen Dienst in Vietnam.

Der Präsident des Deutschen Roten Kreuzes, Dr. Rudolf Seiters, erinnerte an die gute Zusammenarbeit zwischen den Hilfsorganisationen. „Die Hilfe der Malteser und des DRK war ein Meilenstein in der humanitären Hilfe. Sie alle waren humanitäre Botschafter unseres Landes!“

Mit dem Hospitalschiff „Helgoland“ im Hafen von Da Nang sorgte das DRK für die medizinische Versorgung der Bevölkerung. Zwischen den Mitarbeitern vom DRK und den Maltesern gab es eine enge Verbindung. Mit ihrem Engagement und ihrem Mut seien die Ehemaligen für viele ein Vorbild, das als Beispiel über Jahrzehnte weiter wirke.

Der Bischof von Da Nang, Msgr. Joseph Dang Duc Ngan, wies auf die enge Verbindung zwischen den Maltesern als katholischer Hilfsorganisation und der katholischen Kirche in Vietnam hin. Er wünsche sich, dass die Zusammenarbeit im Geist des Evangeliums und der Soziallehre der Kirche in Vietnam weiter entwickelt werde. In den 60er Jahren sei die Grundlage dafür zwischen seiner Diözese und den Maltesern geschaffen worden.

Für das Auswärtige Amt, das die humanitäre Hilfe der Bundesrepublik im Ausland leitet, wertete Ministerialdirektor Rüdiger König die Zusammenarbeit zwischen den Maltesern und dem Auswärtigen Amt als „eine langjährige Erfolgsgeschichte.“

Nicht nur die Lebenslinien der Mitarbeiter seien „unglaublich bemerkenswert“, sondern auch die Organisation habe sich durch diesen Einsatz sehr verändert. Die Malteser seien heute für das Auswärtige Amt „strategischer Partner in der humanitären Hilfe“.

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