Von der Straße in die Charts

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Dortmund/Herne..  34 Tausend Facebook-Likes sowie fünf Millionen Youtube-Klicks sprechen für sich. Der 24-jährige Michèl Puljic erkämpfte sich mit seinem Debütalbum „Malochersohn“ Platz 94 der Charts.

Geboren in Castrop Rauxel, aufgewachsen in Herne – Michèl Puljic, genannt Miki, ist ein waschechter Ruhrpottjunge. Einfach hatte es der Rapper in seinem Leben noch nie, trotzdem kämpfte er sich durch, ging auf ein Gymnasium und hatte gute Noten.

Der Einbruch

In der zwölfen Klasse kam dann der Einbruch: Miki hatte keine Lust mehr – auf gar nichts, schwänzte die Schule und musste diese aufgrund von zu vielen Fehlstunden schließlich verlassen. Er hat sich aber gefangen, jetzt macht er eine Ausbildung als Chemikant, schreibt gute Noten, und ihm macht die Arbeit Spaß. „Ich habe mein Leben in den Griff bekommen“, erzählt er.
Sein Talent zur Musik entdeckte Miki auf dem Geburtstag von seinem Cousin, wo er mit einem befreundeten Rapper ein Lied vorrapte. Es wurde mit Begeisterung aufgenommen.

Dann ging alles sehr schnell. Im Jahr 2007, im Alter von 17 Jahren, schrieb er seine ersten normalen Songs sowie einen Song über für seinen Lieblingsclub Borussia Dortmund. „Für diesen Verein lebe und sterbe ich“, schwärmt der Rapper. Sein Kollege Setto nahm ihn schnell in seine Musikgruppe „Ghost Rhymerz“ auf, die ihn förderte und unterstützte.

Das Album als Biografie

Anfang 2012 lernte der damals 22-Jährige dann den Dortmunder Rapper Reece kennen. Reece rappte für die Gruppe „Kopfnussmusik“ und nahm Miki unter seine Fittiche. Schnell bekam auch Miki seinen Vertrag. „Das war mein Durchbruch. Reece ist einer meiner besten Kollegen und fördert mich, wo er nur kann“, erklärt der Herner Junge. Die Gruppe „Kopfnussmusik“ produzierte einen Song nach dem anderen. Sie releasten Reeces Album „Viel Rauch um nichts“, das jedoch nicht chartrelevant war. Danach war Miki an der Reihe. „Wir haben für das Album geknüppelt ohne Ende, jedes Wochenende durchgearbeitet.“ Nach drei Monaten war es dann endlich fertig. Das Album, das am 20. Dezember 2013 releast wurde, schlug besser ein, als erwartet. Rund einen Monat später kamen die Fakten. Und tatsächlich: Platz 94 in den Charts. „Das Album beschreibt mein Leben. Ich habe so viel Herzblut da reingesteckt. Das Ding ist mein Lebenswerk!“

Auf die Frage, woher der Albumname „Malochersohn“ kommt, antwortet er: „ Ich habe dieses Album meinem Vater gewidmet. Er hat es noch nie leicht gehabt. Er hat malocht wie sonst was. Immer wieder sagte er, alles nur für dich mein Sohn! Mein Vater ist mein Vorbild und ich bin wahnsinnig stolz auf ihn“.
Die persönlichen Höhepunkte seiner jungen Musikkarriere waren ein Treffen mit BVB-Legende Leonardo Dede, im Sommer 2011, da er ein Abschiedslied über ihn verfasste. Auch Jakub Blaszczykowski entdeckte seine Musik und lud ihn nach Polen ein, um auf einer Feier ein Lied über den rechten Mittelfeldspieler des BVB zu singen. „Es ist ein unbeschreibliches Gefühl, wenn dir einer deiner Lieblingsspieler für deine Musik dankt. Das motiviert einen unheimlich.“ Sich selbst beschreibt Miki als ruhrpottisch, emotional, nachdenklich, real und vor allem bodenständig.

Große Pläne

Für die Zukunft plant der nachdenkliche Rapper ein neues, größeres Projekt. Er will sich immer höher arbeiten, schreibt ständig neue Texte und freut sich auf weitere Zusammenarbeit mit der Band „Kopfnussmusik“.

 
 

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