Tod von Albert Cramer ein Schock für Warstein - Brauerei-Inhaber war beliebt

Ein Bild aus besseren Tagen: Albert Cramer (r.) mit Bürgermeister Gödde. Der Brauerei-Chef wird seiner Heimatstadt fehlen.
Ein Bild aus besseren Tagen: Albert Cramer (r.) mit Bürgermeister Gödde. Der Brauerei-Chef wird seiner Heimatstadt fehlen.
Foto: WP / Gabi Alz-Wulfert
Den letzten großen Kampf seines Lebens hat Albert Cramer verloren. Der Krebs war stärker als der Unternehmer, der nur 69 Jahre alt wurde. Friedlich ist der Brauerei-Inhaber im Kreis seiner Familie gestorben. Die Nachricht von seinem Tod war ein Schock für die Stadt Warstein.

Warstein.. Das Schicksal von Albert Cramer bewegte die Warsteiner Bevölkerung. Viele wussten von der Schwere seiner Krankheit, wussten, dass sein tapferer Kampf aussichtslos sein würde; dass es nun aber doch so schnell ging, kam für viele Menschen überraschend. Die Todesnachricht hat die Stadt Warstein regelrecht gelähmt.

Albert Cramer war ein Kämpfer. Einer, der nie aufgegeben hat. Den letzten großen Kampf seines Lebens hat der Brauerei-Inhaber verloren. Der Krebs war stärker als der Unternehmer, der nur 69 Jahre alt wurde. In der Nacht zu Mittwoch ist Warsteiner-Chef Albert Cramer im Kreis seiner Familie gestorben. „Er ist friedlich eingeschlafen“, hieß es aus seinem Umfeld.

Noch im Oktober wurde Albert Cramer von der Bürgerstiftung für seine unternehmerische Lebensleistung, aber auch für sein großes kulturelles und soziales Engagement in Warstein ausgezeichnet. Die Ehrung konnte er aufgrund seiner Krankheit selbst schon nicht mehr entgegen nehmen.

Mit drei Schwestern neben der Brauerei aufgewachsen

Albert Cramer wurde am 22. Mai 1943 in Warstein geboren und wuchs zusammen mit seinen drei Schwestern im Elternhaus direkt neben der Brauerei auf. Nach dem Abitur bei den Jesuiten in Bonn-Bad Godesberg studierte er Betriebswirtschaft in Köln und sammelte erste berufliche Erfahrungen bei einer Unternehmensberatung. 1968, im Alter von 25 Jahren, trat er in die von seinem Vater Paul Cramer und dessen Neffen geführte Brauerei ein. Dies war der Beginn eines beispiellosen Aufstiegs in der deutschen Brauer-Branche.

Von Beginn an hat sich Albert Cramer dabei als ein Mann mit großen Visionen und gleichsam großem Engagement in das Unternehmen eingebracht. Mit über 300 000 Hektolitern zählte die Warsteiner zwar auch in den 70er Jahren zu den wenigen Großbrauereien in Deutschland, doch war das kein Vergleich zu dem, was in den Folgejahren im Herzen des Sauerlands gebraut werden sollte.

Spitzenunternehmer

Dank seiner unternehmerischen Visionen, die mit dem Umzug in die Waldparkbrauerei eine Ahnung von dem gaben, was kommen würde, katapultierte Cramer das Familienunternehmen an die Spitze der deutschen Brauereien. Mit einem Jahresausstoß von über 6 Millionen Hektolitern war die Warsteiner lange Zeit die mit Abstand größte und erfolgreichste Brauerei in Deutschland und zählt heute noch mit einem Jahresumsatz von über 520 Millionen Euro zu den Top-Adressen.

Cramer ist immer ein echter Warsteiner geblieben

Trotz des Erfolgs und der Internationalität hat Albert Cramer die Bodenhaftung nie verloren und ist stets ein echter Warsteiner geblieben, der seine Heimatstadt über alles geliebt hat und maßgeblich an ihrer Entwicklung mitgewirkt wird. - Albert Cramer wird am kommenden Samstag, 24. Oktober, auf dem Warsteiner Friedhof beigesetzt. Die Trauerfeier in der Pankratiuskirche beginnt um 14 Uhr.

 
 

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