Stipendiaten blicken schon als Studenten in Klinikalltag

Assistenzärztin Mareike Bäsler und Hospitantin Jasmin Seriyo in der LWL-Klinik.
Assistenzärztin Mareike Bäsler und Hospitantin Jasmin Seriyo in der LWL-Klinik.
Foto: WP
Parallel zu Vorlesungen schon Einblicke in den Arbeitsalltag erhalten können Studenten in den LWL-Kliniken Warstein und Lippstadt. Mit einem Stipendium haben sie schon vor dem Ende ihres Studiums erste Praxiseinsätze – und die Garantie auf eine Weiterbeschäftigung.

Warstein..  Mareike Bäslers Karriereweg war augenscheinlich schon von Geburt an vorgezeichnet: Nachdem ihr Vater als Krankenpfleger in der LWL-Klinik in Eickelborn und ihre Mutter im LWL-Wohnverbund Lippstadt arbeiteten, konnte es für die heute 31-Jährige nur einen Arbeitgeber geben. So gehört sie als Assistenzärztin seit einem halben Jahr zum Team der LWL-Klinik in Warstein, in ihrem Büro auf der Station AW02 ist sie erste Ansprechpartnerin für Psychose-Patienten.

„Ich bin ein LWL-Kind“, sagt sie. „Das Ziel Psychiatrie hatte ich immer vor Augen.“ Erreicht hat sie dieses Ziel über das Stipendiatenprogramm der LWL-Kliniken Warstein und Lippstadt. „Wir möchten damit langfristig Leute binden und ihnen eine Perspektive bieten“, erläutert Personalentwickler Tim Korf das Konzept.

„Wissen, was man will“

Schon während des Medizinstudiums konnte Mareike Bäsler regelmäßig in den Klinikalltag am Warsteiner Stillenberg hineinschnuppern. „Das Studium wurde dadurch deutlich entspannter, denn ich wusste von Anfang an, wo es hin geht“, sagt die angehende Fachärztin für Psychiatrie und Psychotherapie. „Viele Kommilitonen haben dagegen lange nach der richtigen Sparte gesucht.“ Die finanzielle Unterstützung der LWL-Kliniken habe weiteren „Druck aus dem Studium genommen“. Zusätzliche Vorteile wie ein Mentoring-Programm hat sie erst gar nicht in Anspruch genommen.

Im Gegenzug hat sich Mareike Bäsler verpflichtet, ihre vierjährige Ausbildung zur Fachärztin an der LWL-Klinik in Warstein zu absolvieren. „Mit dem Stipendium geht man eine Verpflichtung ein“, war sich die 31-Jährige bewusst. „Man muss also wissen, was man will.“

Gelungenes Miteinander

Mareike Bäsler war sich lange sicher, ihr Ziel zu kennen: die Psychiatrie. Außerdem kannte sie die Warsteiner Klinik bereits, weil sie sich dort nach dem Abitur zur Gesundheits- und Krankenpflegerin ausbilden ließ. „Das Miteinander gefiel mir damals schon super“, sagt sie – ebenso wie die Spezialisierung des Hauses.

Nach den chirurgischen Praktika im Rahmen des Studiums hat Mareike Bäsler trotzdem lange darüber nachgedacht, ob das Stipendium wirklich die richtige Entscheidung war. Heute sagt sie: „Ich würde es wieder machen, denn die Arbeit mit den Patienten ist absolut spannend.“

Personalentwickler Tim Korf betont den regionalen Bezug des Stipendienprogramms. „Wir bewerben das in Warstein schon in Schulen“, erklärt er und hofft auf viele Bewerber aus dem heimischen Raum. Mareike Bäsler kommt eigentlich aus Bad Westernkotten, freut sich dennoch, in Warstein eine Stelle gefunden zu haben. „Alleine das Parkgelände ist unschlagbar“, schwärmt sie. „Es kann den ganzen Tag regnen und ist trotzdem schön hier.“

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