Stets ein Blick auf den aktiven Umweltschutz

Von Tanja Frohne
Trinkwasserreservoir und Naherholungsgebiet: Die Lörmecke.
Trinkwasserreservoir und Naherholungsgebiet: Die Lörmecke.
Foto: WP

Kallenhardt.  Einen Zusammenhang zwischen dem Vorhaben des Lörmecke-Wasserwerkes, nahe der Lörmeckequelle eine Trinkwasseraufbereitungsanlage zu errichten (siehe 1. Seite Warstein) und der neuartigen Steinaufbereitungsanlage, die die Firma Westkalk in Kallenhardt plant, sieht die BUND-Ortsgruppe Lörmecketal. „Wobei die Anlage an sich zunächst aus umweltpolitischer Sicht zu begrüßen ist“, betonte Heinz Rinkowski im Rahmen der Jahreshauptversammlung. „Die neue Siebanlage wird sogar vom Bund mit 150.000 Euro gefördert, da mindestens 20 Prozent mehr nutzbares Material gewonnen werden kann.“

Das Problem sei jedoch die zukünftige Abbaumenge: Zwar habe die Firma bei der Vorstellung des Projektes versichert, dass der heutige Abbau von jährlich 800.000 Tonnen auch zukünftig nicht überschritten werde, obwohl die Kapazität der Verarbeitungsanlage deutlich mehr hergebe, doch habe man Bedenken. „Ich baue doch keine Anlage, die die dreifache Menge schafft und baue das gleiche ab wie heute – die Gefahr besteht, dass die Steinindustrie mehr in die Breite und in die Tiefe will.“

Zwar werde Westkalk vorrangig als Veredler auftreten und die Verarbeitung von benachbarten Steinbruchbetreibern übernehmen – hier nannte er den geplanten Abbau in Devon-Ost – doch wenn die Anlage erst einmal stehe, sei anzunehmen, dass eine Erhöhung der Abbaumenge durch das Bergamt durchgesetzt wird. „Etwa mit der Begründung, dass der Markt das verlangt, die Kapazität vorhanden ist und letztlich die Wettbewerbsfähigkeit erhalten bleiben muss. Die Folgen sind klar.“

Kein Zufall

Auch könne die zeitliche Nähe der beiden geplanten Vorhaben Stein- und Trinkwasseraufbereitungsanlage kein Zufall sein. „Angenommen, die Wasseraufbereitungsanlage wird verwirklicht. Könnte dann Oberflächenwasser aus den Abbaugebieten dort hineingeleitet und zu Trinkwasser verarbeitet werden?“ Auf verschiedenen Veranstaltungen, die sich mit dem Interessenkonflikt Steinabbau contra Trinkwassergewinnung beschäftigten, sei von den Wasserversorgern stets bekundet worden, dass beim Ausfall oder der Beeinträchtigung der Quellen eine Ersatzversorgung oder Aufbereitungsanlage aufgebaut werden müsse. „Der Bezugspreis von Trinkwasser würde sich dadurch mindestens verdoppeln“, erklärte Rinkowski. Wichtig sei es daher, die Wasserschutzgebietsverordnung zu ändern, um das Trinkwasser zu sichern.

Wie aktiver Umweltschutz aussieht, stellte der BUND in seinem Jahresbericht dar. Neben dem Krötenschutz, ein Projekt, das Peter Dresel seit 2009 maßgeblich betreut, wurde schwerpunktmäßig auf die Höhle am Kattenstein und das umliegende Gelände, das vom BUND in vielen Arbeitsstunden in seinen jetzigen Zustand versetzt wurde, eingegangen. In diesem Jahr sollen die Fledermäuse in der Höhle - vier Arten wurden bisher entdeckt - kartiert werden.

Keine Änderungen gibt es im Vorstand der Ortsgruppe. Wiedergewählt wurde Tim Füßmann, der zusammen mit Michael Bünner und Heinz Rinkowski das vorstehende Sprecherteam bildet, sowie Schriftführerin Gioia Sabatino und die Beisitzer Clemens Elskamp und Elisabeth von Bonin.

Neben dem Thema Steinabbau wurde auch der PFT-Skandal thematisiert. Zu gast waren Claudia Baitinger, Fachfrau für technischen Umweltschutz beim BUND-Landesverband, und Dr. Dr. Harald Friedrich, Gutachter beim Prozess in Paderborn.