Stadtplanung nur noch aus der Ferne

Warstein..  Als städtischer Oberbaurat hat Helmuth Reese die Geschicke Warsteins im wahrsten Sinne gelenkt – und zwar verkehrstechnisch. Über 31 Jahre lang war er in der Verwaltung tätig. Seit 2013 ist der heute 64-Jährige im Ruhestand. Sein planerisches Talent kommt trotzdem noch zum Einsatz.

Herr Reese, Sie haben mal gesagt, dass einer ihrer Pläne für den Ruhestand sei, keinen Stress zu haben. Ist der Plan aufgegangen?

Helmuth Reese: Das war nicht der oberste Grundsatz. Ich habe mich von der Arbeit auch nicht so gestresst gefühlt. Ich konnte aber alles gemächlicher angehen und Dinge mal auf den nächsten Tag verschieben.

Wie sieht ihr Alltag denn heute aus?

Jeder Tag anders. Meine Frau ist noch berufstätig, daher habe ich Etliches an Hausarbeiten übernommen – Kochen zum Beispiel oder auch die Arbeit im Garten. Ich habe auch angefangen, die Familiengeschichte aufzuarbeiten und zu recherchieren. Meine Schwiegermutter hatte einen sehr interessanten Lebensweg. Ich sehe es als meine Aufgabe, das den Nachfahren zu präsentieren, nicht nur in Zahlen, sondern mehr in Geschichten.

Sie haben früher Sport gemacht und waren auch beim TV Warstein aktiv. Sind sie heute noch sportlich?

Ich bin im TV Warstein noch Mitglied und habe in jungen Jahren viel Leichtathletik gemacht. Aber diese Aktivitäten habe ich eigentlich so gut wie eingestellt. In der evangelischen Gemeinde gibt es eine Gruppe, die sich einmal in der Woche trifft und Besuche im Krankenhaus wahrnimmt. Ich bin dazugestoßen und mache das sehr gerne. Da bin ich der einzige Mann (er lacht).

Verfolgen Sie das Geschehen in Warstein noch und interessieren sich für Dinge wie die Kanalsanierung oder das Integrierte Handlungskonzept für die Innenstadt?

Ja, das interessiert mich alles natürlich. Bei der Sanierung hat man auch die Einschränkungen im Verkehr mitbekommen, aber die waren ja nicht so stark. Was das Handlungskonzept angeht, ist mir das einfach noch zu schwammig. Ich begleite diese Dinge schon, das ist aber nichts, was mich noch regelmäßig beschäftigt – was vorher der Fall war.

Wenn die B55n in absehbarer Zeit käme, wollten Sie daran noch mitwirken?

Einen Reiz hätte das, aber ich denke, das kann und würde ich auch nicht mehr beeinflussen. Das war mein ganzes Berufsleben ein Thema, aber ich bin nicht der Typ dafür, mich da reinzudrängen.

Sie haben sich schon während ihres Studiums mit Verkehrsplanung beschäftigt und konnten das in ihrem Job später auch umsetzen, können sie ihr planerisches Talent heute noch privat einbringen?

In dem Beruf muss man sehr viel gestalterisch tätig sein und das mache ich auch heute noch gerne – im eigenen Garten oder an anderen Orten.

Sie würden ihren Job also auch noch mal machen wollen?

Wenn ich in der Situation wäre, das noch mal zu entscheiden, denke ich, ja. Ich würde mich noch einmal für den Beruf des Bauingenieurs entscheiden.

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