Spuren führen zu Geocachern

Foto: WP

Belecke.. Vor 13 Tagen hatten wir zuletzt über die Vorfälle im Drewer Steinbruch berichtet. Unbekannte hatten zum wiederholten Mal den Einfriedungszaun zu dem Naturschutzgebiet beschädigt und sich Zutritt auf das Steinbruchgelände verschafft. Unsere Zeitung fand nun heraus, dass es so genannte „Geocacher“ sind, die sich in der 30 Meter hohen Steinwand geheime Botschaften hinterlegen. Sachgebietsleiter Liegenschaften Alfred Bathe leitet die Recherchen nun unverzüglich an die Untere Landschaftsbehörde weiter.

Damit hatte Bathe am allerwenigsten gerechnet: „Ich bin total verärgert über diese Dreistigkeit. Wir müssen der Sache schnellstens nachgehen.“ Auf den Internetseiten www.opencaching.de und www.geocaching.com ist das Geheimversteck als „Die Blaue Lagune am Steinbruch“ ausgegeben und als „besonders anspruchsvoll“ eingestuft.

Theo Becker, Vorsitzender des Belecker Angelvereins, ging bei unserem Anruf gestern ein Licht auf: „Ich habe neulich zwei Personen aus Bielefeld von dem Gelände verjagt. Die wollten mit Bergsteigerausrüstung über den Zaun klettern, um nach einer Nachricht zu suchen.“ Der Angelverein kümmert sich ehrenamtlich um die Kontrolle des Geländes. Becker: „Ich glaube, die waren aber so dreist und sind abends noch mal wiedergekommen.“

Die Bergsteiger begeben sich im Drewer Steinbruch nicht nur in absolute Lebensgefahr, sie missachten auch den Naturschutz. Becker: „Es haben sich hier wieder seltenere Tiere wie ein Uhu oder Hohltauben niedergelassen.“ Seit 20 Jahren kümmert sich der Angelverein um den Artenschutz am Steinbruch.

Auf der Internetseite www.opencaching.de schrieben viele Besucher Kommentare zum „Versteck an der Blauen Lagune“ - natürlich mit Pseudonymen. Der Kaiser von China schreibt: „An Vatertag auf unserer Mega-Cacherunde zusammen mit Groman123 dort gewesen!“ Disy sagt: „Tolle Location. Absolut sehenswert. Hinter dem unscheinbaren Tor ist es aber schöner“ - und setzt einen grinsenden Smiley dahinter. Miss_Marple: „Hinterm dem Tor war heute reichlich Aktivität. Es wurde geangelt. Doch wie sind die Angel-Muggels dort hinein gekommen?“ Klar ist: Man kann das von fünfreihigem Stacheldraht - und Natozaun umgebene Gelände nicht ohne Gewalteinwirkung betreten.

 
 

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