Sprinterin Gina Lückenkemper aus Soest ist des Trainers ganzer Stolz

Die Soester Sprinterin Gina Lückenkemper. Foto: Thomas Nitsche
Die Soester Sprinterin Gina Lückenkemper. Foto: Thomas Nitsche
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Ihre starken Leistungen bringen den DLV in Bedrängnis: Der Bundestrainer würde Sprinterin Gina Lückenkemper gerne bei der U18-WM und der U20-EM einsetzen - das verbieten aber die Verbands-Statuten. Eigentlich.

Soest.. Ausgeschlossen. Ein Start sowohl bei der U18-WM Anfang Juli in Donezk (Ukraine) als auch Mitte Juli bei der U20-EM in Rieti (Italien)? Ausgeschlossen. „Da lassen die Statuten des Leichtathletik-Verbandes keinen Raum für Interpretationen. Sie verbieten das“, sagt Harald Bottin. Und ergänzt trotzdem: „Aber warten wir’s mal ab.“

Seit Jahrzehnten tummelt er sich in der Leichtathletik. Als Trainer, als Vereins-Funktionär, als was auch immer. Er kennt die Szene, er kennt die Sportler – ob sie weltberühmt sind oder im Status des ewigen Talents verharren. Doch Gina Lückenkemper, diese kesse und hoch begabte 16-Jährige, erstaunt selbst ihn immer wieder. Zuletzt erst am vergangenen Wochenende, als Lückenkemper ihren ersten Wettkampf der Sommersaison bestritt. „Das war richtig klasse“, schwärmt der Trainer des LAZ Soest von „zwei tollen Staffeln“.

Mit dem deutschen U18-Quartett unterbot Lückenkemper beim „Meeting der krummen Strecken“ in Pliezhausen über 4x100 Meter in 45,16 Sekunden sogar die Norm für die U20-WM Mitte Juli in Rieti und schlug die deutsche U20-Staffel. „Die Zeit ist top“, sagt Harald Bottin, „sie liegt nur zwei Hundertstel über dem 38 Jahre alten deutschen Rekord.“

Nicht freiwillig Zweiter werden

Lückenkempers Anteil daran? Enorm. Obwohl sie erstmals auf der verantwortungsvollen dritten Position lief. „Du musst den Stab annehmen, die Kurve laufen und den Stab wieder übergeben“, erklärt Harald Bottin. Und gesteht ein: „Ich habe nicht damit gerechnet, dass sie es so gut schafft.“

Ihr Auftritt begeisterte nicht nur ihn, sondern besonders Bundestrainer Alexander Seeger. Und der befindet sich nun in der Zwickmühle. Auf Grund der Statuten. Und weil das deutsche Team bei der U18-WM lediglich in den Einzel-Disziplinen startet.

„Alex will unbedingt, dass ich in der Staffel laufe“, sagt Gina Lückenkemper. Er müsste sie dazu aber mit nach Rieti nehmen – entgegen der Verbands-Richtlinien. „Mir hat er gesagt, dass er als Titelverteidiger diesmal auf keinen Fall freiwillig Zweiter werden wolle“, sagt Bottin.

Der Soester Trainer erinnert sich zudem nur zu gut an Lückenkempers zwei Jahre ältere Sprint-Kollegin Anna-Lena Freese. Diese holte im Winter 2011 ihren ersten DM-Titel und bestach beim Einstieg in die folgende Freiluft-Saison ebenfalls mit Glanzleistungen. Die Folge: Freese startete bei der U18-WM im französischen Lille über 200 Meter – und kurz darauf in der deutschen 4x100-Meter-Staffel bei der U20-EM in Tallinn (Estland).

Der Reiz einer WM ist größer

„In Donezk startet Gina auf jeden Fall“, sagt Bottin mit Blick auf die kommenden Monate. Mit der Erfüllung der Norm für die 200 Meter rechnet er bereits am Wochenende, wenn die Deutsche Jugend-Hallenmeisterin beim Borsig-Meeting in Gladbeck ihr erstes Einzelrennen dieses Sommers bestreitet. „24,20 Sekunden sind die Norm und die hat sie in der Halle bei allen Starts geschafft“, erklärt Bottin, „außerdem liegt ihre Freiluft-Bestzeit bei 23,98 Sekunden.“

Müsste sie sich entscheiden, „finde ich den Reiz einer WM schon größer“, sagt Lückenkemper. Und ergänzt grinsend: „Wenn die mich wirklich in der Staffel haben wollen, darf ich bei der EM starten.“

 
 

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